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Rettungswache schon zu klein : Gutachter prüft Neubau einer Fahrzeughalle

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Einsatzzahlen im Rettungsdienst steigen weiter / Viele Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen im vergangenen Jahr

Neumünster | Knapp zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung der neu gebauten Feuer- und Rettungswache im Gefahrenabwehrzentrum wird eine zusätzlicher Neubau wegen bestehender Platzprobleme für die Fahrzeuge immer wahrscheinlicher. Ein Gutachter erstellt derzeit eine Entwicklungsprognose für die kommenden zehn Jahre, teilte Feuerwehr-Chef Sven Kasulke gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2016 mit.

In etwa zwei Monaten soll es ein Ergebnis geben. Auf der Grundlage der Bewertung werde dann entschieden, ob eine zusätzliche Garage, eine Garage mit Anbau oder gar eine weitere Wache gebaut werden muss, so Kasulke. Derzeit stehen drei Ersatz-Krankenwagen im Freien oder sind in anderen Hallen übergangsweise untergebracht. Hintergrund: Die Einsatzzahlen im Rettungsdienst steigen seit Jahren rasant an (der Courier berichtete). So rückten die Helfer im vergangenen Jahr mehr als 22  200 Mal zu Patienten aus – ein Anstieg um gut 1000 Fahrten. In 96,65 Prozent der Fälle war der Rettungswagen innerhalb von zwölf Minuten am Einsatzort – 90 Prozent sind gesetzlich vorgeschrieben („Hilfsfrist“). „Das zeigt, wie leistungsstark wir auch in diesem Bereich sind“, sagte Kasulke.

Der Löschzug rückte zu 591 Alarmierungen aus. Das sind 123 mehr als im vergangenen Jahr. Der Anstieg liegt in einer ungewöhnlich hohen Zahl von Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen begründet, vor allem in einigen wenigen Alten- und Pflegeheimen in der Innenstadt. „Das ist erstaunlich, weil jeder Fehlalarm durch so eine Anlage von uns mit 624 Euro in Rechnung gestellt wird. Eine vernünftige Wartung lohnt sich also“, sagte Kasulke. Betroffen war auch die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte, die jedes Mal mit ausrückte. Die Einsatzzahlen der Wehr stiegen entsprechend von 100 in 2015 auf 145 an. „Die Belastungsgrenze für Freiwillige Wehren liegt bei 100 Einsätzen pro Jahr. Viele Fehlalarme gehen an die Substanz und die Motivation“, warnte Kasulke.

Einer der größten Einsätze für die Feuerwehrleute war das Leck in einer Ammoniakleitung des Kühlhauses bei der Edeka-Zentrale im Industriegebiet Süd am 2. Dezember (der Courier berichtete). Rund 50 Einsatzkräfte waren damals etwa 3,5 Stunden in der Nacht im Dienst.

Die Zahl der Brandverletzten und aus dem Feuer geretteten Personen stieg im Vergleich zum Vorjahr an. Erfreulich: Es gab wieder keinen Brandtoten und keinen Toten bei Verkehrsunfällen.

In diesem Jahr will Sven Kasulke einen neuen Brandschutzbedarfsplan vorstellen. Der Führungsstab der Stadt beendet im November einen mehrjährigen Ausbildungsgang mit einer Großübung in Neumünster und eine Gefahrgutübung. Sie wird wie 2016 wieder im Industriegebiet Süd stattfinden.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 11:23 Uhr

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