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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Ratsversammlung : Grundschule wird doch neu gebaut

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rat korrigiert Entscheidung im Bauausschuss, die Schule an der Schwale aus Förderprogramm zu streichen / Stadt soll Ganztagsbetrieb planen

Neumünster | Überraschende Wende in der Debatte um die Grundschule an der Schwale: Der stark sanierungsbedürftige Schulbau am Uker Platz in Faldera soll nun doch für das Förderprogramm des Bundes angemeldet werden, über das in den kommenden Jahren bis zu 7,1 Millionen Euro in die energetische Sanierung von Neumünsteraner Schulen und Kitas fließen sollen. Den Planungen für den Schulneubau dürfte nach dem Ratsentscheid vom Dienstagabend nun nichts mehr im Wege stehen.

Noch in der vergangenen Woche hatte sich der Bauausschuss auf Wunsch der SPD einstimmig gegen entsprechende Pläne der Stadtverwaltung ausgesprochen (der Courier berichtete). Weil die Förderung den Neubau mit offenem Ganztagsbetrieb nicht vorsieht, wollte die Stadt beim Neubau auf den zusätzlichen Raumbedarf verzichten. Der Ausschuss wollte sich damit nicht abfinden, zumal die Schule sich bereits auf den Ganztagsbetrieb vorbereitet. Die Fördergelder sollten lieber anderen Schulen zugute kommen, die Schule später über andere Förderprogramme neu gebaut werden, dann aber mit dem gewünschten Ganztagsbetrieb.

Der Rat setzte sich nach kontroverser Debatte über diese Empfehlung hinweg. Nicht zuletzt auch Stadtrat Oliver Dörflinger hatte den Ratsmitgliedern zuvor dringend ans Herz gelegt, an der Anmeldung der Schule für das Sanierungsprogramm festzuhalten. Die Schule sei nicht nur aus energetischer Sicht sanierungsbedürftig, machte der Stadtrat deutlich. Die möglichen Sanierungskosten würden aber über 80 Prozent der Neubaukosten ausmachen, ohne dass bei der Sanierung die funktionalen Mängel und Raumdefizite beseitigt würden, erklärte Dörflinger.

Die Kompromissformel fand sich erst nach einer Sitzungsunterbrechung und Beratung im Ältestenrat: Der Neubau der Schule wird für das Bundesprogramm angemeldet, zugleich soll die Stadt bis zur nächsten Ratsversammlung ein Konzept vorlegen, das den Ganztagsbetrieb der Schule schon mal planerisch berücksichtigt. Der Kompromiss wurde einstimmig angenommen.

Dagegen hängt der geplante Umzug des Jugendzentrums AJZ an die Anscharstraße weiter in der Schwebe. Die drastisch gestiegenen Umbaukosten für die ehemalige Fabrikhalle im Vicelinviertel hatten in den vergangenen Tagen für aufgeregte Diskussionen gesorgt und gleich drei unterschiedliche Beschlüsse in den Ausschüssen provoziert. Um die Anstöße aus der Politik einarbeiten zu können und die Planungen nicht vorzeitig ins Aus zu führen, zog das Rathaus die Pläne zurück.

Vorerst Ruhe gibt es auch für die Anlieger der Frankenstraße. Die Ratsversammlung bestätigte die Vorentscheidung des Bauausschusses, den Ausbau der Straße solange zurückzustellen, bis die Stadtverwaltung das zu überarbeitende neue Straßenkataster vorlegt (der Courier berichtete). Die Unterscheidung der Straßen etwa in reine Durchfahrts- oder Anliegerstraßen hat entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Anliegerbeiträge.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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