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Holsteinischer Courier

24. August 2016 | 06:59 Uhr

Anti-Flüchtlings-Kundgebung : Großes Polizeiaufgebot sicherte Demo

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

400 Gegendemonstranten protestierten in der Böcklersiedlung lautstark gegen eine Neonazi-Kundgebung.

Neumünster | Mit einem Protestzug vom Bahnhof zur Böcklersiedlung, Pfeifkonzerten, Musik, Sprechchören und einer Kundgebung protestierten am Sonnabendnachmittag rund 400 Menschen zumeist friedlich gegen den Aufmarsch von zirka 80 Rechtsradikalen, die sich zu einer Anti-Flüchtlings-Demonstration auf dem Kantplatz versammelt hatten. Starken Polizeikräften, die unter anderem mit Wasserwerfern und Hunden vor Ort waren, gelang es, die Gruppen konsequent zu trennen.

Gegen 11.30 Uhr hatten sich bereits rund 300 Vertreter aus der linken Szene auf dem Postparkplatz versammelt. Viele waren zuvor mit dem Zug aus Hamburg und Kiel angereist. Im Schneegestöber rollten sie ihre Transparente mit Slogans wie „Rassismus tötet“ aus und warnten vor rechten Strukturen – insbesondere im Umgang mit Flüchtlingen.

Gegen 12 Uhr setzte sich der Zug schließlich eskortiert von der Polizei Richtung Böcklersiedlung in Bewegung. Über Friedrichstraße, Färberstraße, Beethovenstraße und den Hansaring ging es über den Gerhard-Hauptmann-Platz schließlich in die Max-Richter-Straße. Dort war kurz vor dem Kantplatz, dem Kundgebungsort der Rechten, Schluss. Mit Fahrzeugen, Hunden und zahlreichen Einsatzkräften versperrte die Polizei den Durchgang. Auf dem Kantplatz standen außerdem Wasserwerfer bereit. Ähnlich abgeriegelt waren sämtliche Zufahrtstraßen zum Treffpunkt der Neonazis. Schnell hatten sich zahlreiche Gegendemonstranten an allen Absperrungen postiert und empfingen die 80 Rechtsradikalen mit Pfiffen und Sprechchören.

Zur gleichen Zeit versammelten sich zirka 100 weitere Gegendemonstranten, darunter Politiker und Sportler aus der Stadt, auf Einladung des Bündnisses gegen Rechts am Kreisel Legienstraße/Stegerwaldstraße zu einer Kundgebung und warnten dort unter anderem vor rassistischer Stimmungsmache.

Nur wenige hundert Meter weiter, auf den Straßen zum Kantplatz , versuchten die Gegendemonstranten bis 16 Uhr immer wieder, die Reden der Rechten durch Pfeifkonzerte und Sprechchöre zu übertönen, insbesondere als der bekannte Hamburger Neonazi Thomas W. und der Münchner Stadtrat Karl Richter ans Mikrofon traten. Hier und da flogen Schneebälle gegen verspätete Neonazis, die zum Ärger der Veranstalter nicht mehr bis zum Kantplatz vorgelassen wurden.

Immer wieder kam es am Rande der Kundgebung sowie nach der Veranstaltung zu Auseinandersetzungen zwischen den Einsatzkräften und linken Demonstranten. Es wurden mehrere Platzverweise erteilt. Die Polizei ermittelt in einem Fall wegen Sachbeschädigung und in zwei Fällen wegen Landfriedensbruchs.

Kommentar:

Die Wahrheit war offenbar unwichtig:

Stundenlang haben die Rechtsradikalen  am Sonnabend  in Neumünster lautstark mit dem Finger auf alle  gezeigt, die in Deutschland  Verantwortung tragen: Da wurde die Bundesregierung – vor allem für ihre Flüchtlingspolitik – kritisiert. Man erklärte der Polizei, wie sie nach den Übergriffen in Köln  ihre Arbeit zu machen hätte. Und natürlich bekamen auch die Medien wieder ganz global ihr Fett weg.  Und während sie noch mit großer Überheblichkeit alle belehrten, setzten die Neonazis mal eben ein Gerücht   in die Welt, das es in sich hatte –  und das sie  Stunden später nach unbequemen Ermittlungen durch die Polizei revidieren mussten.  Den Bahnhofs-Mord von Neumünster hat es nie gegeben! Mit der Wahrheit scheinen es die rechten Besserwisser offenbar nicht sehr genau zu nehmen. Bleibt zu hoffen, dass sich das herumspricht.


 

 

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erstellt am 18.Jan.2016 | 07:30 Uhr

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