zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 12:38 Uhr

Immobilien : Große Nachfrage treibt den Preis

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anleger haben Neumünster als Markt für sich entdeckt

Neumünster | Anders als in Metropolen gehen die Mieten und Kaufpreise für Immobilien in Neumünster noch nicht durch die Decke, aber auch hier gilt: Neumünster ist auf dem aufsteigenden Ast. „Die Preise ziehen an“, sagt Immobilienmakler Jens-Uwe Bahr. Das zeigt auch der aktuelle Preisspiegel des Immobilienverbands Deutschland IVD.

Danach kostet eine Eigentumswohnung älteren Baujahrs nun im Schnitt 900 Euro je Quadratmeter und damit knapp 6 Prozent mehr als 2015, als der Preis noch bei 850 Euro lag. Bei Neubauten mit gutem Wohnwert werden nun 2000 statt 1900 Euro fällig, bei sehr gutem Wohnwert 2600 statt bislang 2500 Euro.

„Und es wird zurzeit viel gebaut in Neumünster, Geschosswohnungen und Einfamilienhäuser gleichermaßen. Das sorgt für Preisauftrieb“, sagt Bahr. Bei freistehenden Eigenheimen bewegen sich die Preise laut dem IVD-Preisspiegel zwischen 95  000 Euro bei einfachem Wohnwert (100 Quadratmeter Wohnfläche) und reichen bis zu 330  000 Euro bei sehr guten Objekten mit 200 Quadratmetern.

Das Problem für Interessenten: Es gibt gar nicht genug Objekte zum Verkauf. „Insbesondere freistehende Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in guten Lagen sind knapp“, sagt Bahr. Die Einschätzung teilt Holger Brimm vom Immobiliencenter der Sparkasse Südholstein. „In Neumünster wendet sich vieles zum Guten. Die Preise steigen. Wir haben gegenüber dem Umland aber auch Nachholbedarf“, sagt Brimm. Gute Einfamilienhäuser bis 300  000 Euro seien gesucht und meist auch sofort verkauft. „Objekte mit Sanierungsstau oder nicht so guter Lage brauchen etwas länger“, sagt der Immobilienexperte.

Nach Einschätzung von Jens-Uwe Bahr haben Anleger Neumünster für sich entdeckt, weil es in den Metropolen nichts mehr gibt oder nur zu hohen Preisen. Die Spanne bei Renditeobjekten in Neumünster liege dagegen noch beim 8- bis 16-fachen der Jahresnettokaltmiete. Das ist eher moderat bis günstig. „Betongold ist eine gefragte Währung. Da ist was dran bei der aktuellen Niedrigzinsphase“, so Bahr.

Auch der Immobilienmakler Martin Lorenzen nennt als Faktor die gegenüber 2015 nochmal gesunkenen Zinsen. „Das treibt die Immobilienpreise in Ballungsräumen, aber auch in Neumünster“, sagt Lorenzen. Neumünster entwickele sich gut. „Die Bäume wachsen aber auch nicht in den Himmel“, so der Fachmann. Ein Problem sei der sehr hohe Altbaubestand in der Stadt. „Und Neumünster hat keine Universität, die wie in Kiel, Flensburg oder Lübeck den Wohnungsmarkt antreibt“, sagt Lorenzen.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Okt.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen