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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 05:09 Uhr

Weniger Arbeitslose : Goldener Herbst für den Arbeitsmarkt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Arbeitslosenquote sinkt in Neumünster auf den langjährigen Bestwert von 9 Prozent.

Neumünster | Der Oktober erwies sich für den Arbeitsmarkt in der Stadt als der sprichwörtliche goldene Monat: 3726 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das sind 149 weniger als im September und 235 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank von 9,3 Prozent im September auf 9 Prozent – das ist der niedrigste Wert seit 24 Jahren. Im Oktober 2015 lag die Quote noch bei 9,6 Prozent.

„Die typische Herbst-Belebung des Arbeitsmarktes findet auch in diesem Jahr statt“, beschrieb Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit in Neumünster, die Lage. Das werde nicht nur beim Rückgang der Arbeitslosenzahlen deutlich, sondern auch bei der großen Nachfrage der Unternehmen nach Personal. So wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter seit Jahresbeginn in Neumünster 3327 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet. Auch das ist ein Plus von 387 oder 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vor allem in den Sektoren Verkehr und Logistik, Gesundheit und Soziales sowie Bildung und Erziehung suchten Firmen neue Mitarbeiter. „Es sind Fachkräfte, die gesucht werden, weniger Hilfskräfte“, sagte Michaela Bagger. Wer arbeitslos werde, habe auch Chancen, schnell wieder Arbeit aufzunehmen.

Positiv sind auch die Signale beim Thema Ausbildung. Im Agenturbezirk, der neben der Stadt Neumünster auch den Kreis Rendsburg-Eckernförde umfasst, haben die Unternehmen bis Ende September 2041 Ausbildungsstellen gemeldet. Das liegt auf dem Niveau des Vorjahres. 195 Stellen sind unbesetzt, 34 mehr als im Vorjahr. „Es gibt also noch Chancen“, sagte Michaela Bagger und nannte insbesondere den Handel, wo die meisten Lehrstellen gemeldet wurden.

Insgesamt 2078 Bewerber wurden von den Berufsberatern der Agentur bei der Suche nach einer Lehrstelle unterstützt. Das sind 82 weniger im Vorjahreszeitraum, und das mag überraschen. „Wir hatten schließlich den doppelten Abiturjahrgang“, sagte Michaela Bagger. Viele junge Leute machten nach dem Abi aber erstmal ein Freiwilliges Soziales Jahr, einen Job oder gingen auf Reisen, bevor sie sich für eine Ausbildung oder ein Studium entschieden, sagte Michaela Bagger. Die Auswirkungen des Doppel-Abiturs dürften erst im kommenden Jahr zu spüren sein.

Unversorgt waren zum Stichtag 30. September noch 140 Bewerber, 13 weniger als im Vorjahr. Michaela Bagger zeigte sich aber ganz zuversichtlich, denn im August waren noch fast 400 junge Menschen mehr auf der Suche. Die Berufswünsche der meisten Jugendlichen konzentrierten sich immer noch auf wenige Wunschberufe, sagte Bagger: „Dabei gibt es in Deutschland mehr als 300 Ausbildungsberufe, doch viele sind nicht so präsent.“ Deshalb sei es wichtig, den Fokus zu erweitern. Michaela Bagger: „Es gibt ganz viele Berufe auch links und rechts des Weges.“

Neumünster wird erst 2017 Flüchtlinge auch auf Dauer aufnehmen müssen. Zurzeit sind hier 178 als arbeitssuchend und 57 als arbeitslos gemeldet. Ihre Integration in Arbeit oder Ausbildung werde eine wichtige Aufgabe. Ein neues Kooperationsmodell mit Arbeitgebern und Gewerkschaften setze auf die enge und frühzeitige Verzahnung von Sprachförderung, betrieblicher Praxis und Qualifizierung.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 08:30 Uhr

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