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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Gleichstellung : „Gold“ – ein Film, der bewegen will

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die beeindruckende Dokumentation über drei Weltklassesportler soll die Inklusion an Schulen befördern

Neumünster | Der Film mit der ehemaligen Neumünsteraner Weltklasse-Schwimmerin Kirsten Bruhn hat bereits vor drei Jahren bei seiner Weltpremiere auf der Berlinale viel Applaus bekommen – nun soll „Gold – Du kannst mehr, als du denkst“ in vielen weiterführenden Schulen Deutschlands ein Teil des Unterrichts werden.

Der Startschuss für die bundesweite Aktion fiel gestern in der Hans-Böckler-Schule. Bildungsministerin Britta Ernst überreichte Schulleiter Thorsten Petersen die ersten DVDs der tief berührenden Sportdokumentation über drei Spitzensportler mit Handicap.

„Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Film wird eine wertvolle Grundlage sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Er wird alle mitreißen und bewegen“, versprach die Ministerin bei der feierlichen Veranstaltung in der rappelvollen Mensa. Sie betonte, dass Inklusion ein Menschenrecht sei und der Film fächerübergreifend eingesetzt werden könne.

„Das passt zu uns, denn unser Motto lautet: ,Schule gemeinsam erleben’“, erklärte Thorsten Petersen. Unter den 560 Schülern der Böcklerschule sind 58 Kinder, die sonderpädagogischen Förderbedarf brauchen.

In dem Doku-Film des Grimme-Preisträgers Michael Hammon geht es um die querschnittsgelähmte Kirsten Bruhn, den blinden Marathonläufer Henry Wanyoike aus Kenia und den Rennrollstuhlfahrer Kurt Fearnley aus Australien. Das Filmteam hat die drei Athleten ein Jahr lang auf ihrem Weg zu den Paralympics 2012 begleitet und zeigt Bilder von Erfolgen und Niederlagen. „Besorgt Euch ein Taschentuch. Ihr werdet es brauchen, wenn ihr den Film sehr“, riet Jan Holger Stock den Schülern. Er ist Geschäftsführer der Unfallkasse Nord, die die Verteilung der DVDs unterstützt.

Den Siebt- bis Zehntklässlern erzählte Kirsten Bruhn gestern freimütig, wie man sich als Rollstuhlfahrerin fühlt: „Der Unfall hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Man fragt sich: Will die Gesellschaft dich? Man hat das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Man versucht, die Blicke zu interpretieren. Ich hoffe sehr, dass ihr nachdenkt und der Film euch sensibilisiert.“

Einen tiefen Eindruck machte „Gold“ auf Hannah Ehlers (15) aus der 9d. Die Schülersprecherin hatte ihn bereits gesehen, bevor er gestern in der Mensa gezeigt wurde. „Der Film hat mich verändert und meinen Berufswunsch beeinflusst. Ich möchte mit behinderten Menschen arbeiten“, sagte sie.



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erstellt am 16.Mai.2016 | 15:00 Uhr

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