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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 05:32 Uhr

Tierheim : Gisela Bünz kündigt Rückzug an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Vorsitzende des Tierschutzvereins sieht sich von der Stadt genötigt / Außerordentliche Mitgliederversammlung in zwei Wochen

Neumünster | In den festgefahrenen Streit zwischen Tierschutzverein und Stadt um die Schließung des Tierheims kommt Bewegung. Nach 28 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für den Verein kündigte die Vorsitzende Gisela Bünz gestern gegenüber dem Courier ihren endgültigen Rückzug an, allerdings nicht ohne deutliche Kritik: „Dass sich die Stadt derart in Vereinsangelegenheiten einmischt, ist bedenklich. In der Verwaltung geht es doch Niemandem um das Tierwohl“, sagte die 73-Jährige.

In rund zwei Wochen soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden, auf der Gisela Bünz ihr Amt abgeben will. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest. „Die Enttäuschung und Verzweiflung bei allen Mitarbeitern und Unterstützern dieser Einrichtung ist groß. Aber ich werde einem Neuanfang nicht im Wege stehen. Dann bekommt die Stadt eben meinen Kopf auf einem silbernen Tablett präsentiert“, erklärte sie bitter.

Unterdessen sind die Fundtiere nach Angaben von Stadtsprecher Stephan Beitz bereits abgeholt und ins Tierheim Uhlenkroog nach Kiel gebracht worden. „Das waren elf Katzen und ein Kaninchen“, so Beitz. Mit dem Kieler Tierheim war ein entsprechender Vertrag unterzeichnet worden.

In der Verwaltung halte man trotz der bereits vom Tierheim eingeleiteten Maßnahmen (der Courier berichtete) an der Schließung und dem Zeitplan zur Räumung der Einrichtung fest. Am 14. September müssen demnach alle Tiere das Gelände verlassen haben, sofern nicht die 17-seitige Mängelliste abgearbeitet ist.

Für Gisela Bünz ist diese Haltung nicht nachzuvollziehen. Sie berichtete gestern von mehreren Vorfällen, bei denen Tiere vor kurzem in unmittelbarer Nähe des Tierheims ausgesetzt wurden. „Wenn das im Sinne der Stadt ist, kann sich ja jeder selbst ein Bild machen“, sagte sie.

Langsam kommt der Tierschutzverein offenbar auch in finanzielle Schwierigkeiten. Spenden blieben aus, die Stadt habe ihre Zahlungen im April eingestellt. „Wir bezahlen unsere Mitarbeiter und die Pflege der noch verbliebenen Tiere derzeit aus einer Erbschaft. Wenn das Geld aber weg ist, ist fraglich, wie und ob es weitergehen kann“, erklärte die Vorsitzende. Derzeit sind noch 5 Hunde und 15 Katzen sowie ein paar Ratten und Kaninchen in der Tierauffangstelle. Sie sollen vor einem Umzug ins Kieler Tierheim möglichst vermittelt werden.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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