zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Holsteinischer Courier

26. Juli 2014 | 00:11 Uhr

Wetterkapriolen : Gewitter: Landunter in 30 Minuten

vom

Sturzregen am Freitagabend setzte zahlreiche Straßen und Keller unter Wasser / Fünf Feuerwehren fuhren über 60 Einsätze

Neumünster | Die Rettungskräfte waren zwar vorgewarnt, aber dann kam es doch dicker als erwartet: Der heftige Sturzregen, der am Freitagabend auf Neumünster herunter prasselte, sorgte in der Stadt für zahlreiche überschwemmte Straßen und voll gelaufene Keller. Über 60 Mal mussten die Feuerwehren ausrücken, um Firmen und Hausbesitzer von unerwünschten Wassermassen zu befreien.

Anzeige
Anzeige

Die Gewitterfront rollte ab etwa 17.30 Uhr über Neumünster hinweg und ließ innerhalb von nur etwa 30 Minuten mehr als 30 Liter Wasser auf den Quadratmeter fallen. Zahlreiche Gullis und Abwasserkanäle konnten die plötzlichen Wassermassen nicht mehr fassen und liefen über. Vor allem im Zentrum und im Stadtsüden stockte der Verkehr, weil sich binnen Minuten riesige Wasserlachen auf den Straßen bildeten. Auf der Plöner Straße staute sich in kürzester Zeit ein gut 150 Meter langer See auf. Autofahrer versuchten, die bis zu 20 Zentimeter tiefe Riesenpfütze auf dem Radweg zu umfahren. Auf dem Südfriedhof wurden zahlreiche Grabstellen überspült, frische Gräber sackten ein, Steinplatten und Grabsteine verschoben sich.

Bereits eine halbe Stunde nach den ersten Güssen stand das Telefon in der Feuerwache nicht mehr still. Zahlreiche Hausbesitzer meldeten voll gelaufene Keller. Aber auch das Krankenhaus, mehrere Seniorenheime und Industrieunternehmen riefen die Feuerwehr zu Hilfe, um den Wassermassen Herr zu werden. Vor allem die Stadtmitte, aber auch die Stadtteile Gadeland, Brachenfeld und Wittorf waren betroffen. Teilweise standen die Keller bereits bis zu 20 Zentimeter unter Wasser, bevor die Feuerwehr mit Lenzpumpen eingreifen konnte. Rund 80 Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Gadeland, Brachenfeld und Wittorf waren im Einsatz. Erst gegen 21 Uhr entspannte sich die Lage wieder.

Auch die Stadtwerke meldeten Schäden: Blitzeinschläge hatten in Neumünster und Boostedt zu kurzzeitigen Stromausfällen geführt. In Großenaspe beschädigte ein Blitzschlag die Telefon- und Internetverbindungen von 15 SWN-Kunden. Router und Netzteile seien teilweise noch am Freitagabend ausgetauscht worden, mit den anderen Kunden sei die Schadensbehebung für heute Vormittag vereinbart worden, sagte gestern SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

Trotz des trockenen Wochenendes ab Sonnabend besteht zur Entwarnung kaum Anlass. Die schwüle Wärme soll Deutschland auch in den nächsten Tagen erhalten bleiben. Der Deutsche Wetterdienst rechnet daher auch in den kommenden Tagen mit Gewittern, Starkregen, Hagel und heftigen Sturmböen. Ob die erneut auch den Norden erreichen, ist allerdings noch ungewiss.

von Jens Bluhm
erstellt am 02.Jul.2012 | 06:32 Uhr

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige