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Holsteinischer Courier

06. Dezember 2016 | 23:00 Uhr

Untersuchung im FEK : Gewissheit gab es in nur zwei Minuten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehr als 120 Besucher ließen ihre Bauchaorta im FEK mit dem Ultraschall untersuchen. Einer holte sich gleich einen Behandlungstermin.

Neumünster | Edeltraut Kummerow strahlte, als sie aus dem Untersuchungszimmer kam. „Alles in Ordnung!“, sagte die Neumünsteranerin. Am Sonnabend war sie ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) gekommen, um kostenlos ihre Bauchschlagader am bundesweiten Untersuchungstag für Bauchaorten-Aneurysmen per Ultraschall auf gefährliche Erweiterungen hin untersuchen zu lassen.

„Ich hatte zwei Bekannte, die gestorben sind, weil sie ein erweitertes Blutgefäß (Aneurysma) im Bauch hatten, das geplatzt ist. Darum bin ich hier“, erzählte Edeltraut Kummerow. Beide hätten nicht von der Gefahr gewusst, sagte die Rentnerin. „Und genau hier liegt die Gefahr“, erläuterte Alexander Selch. „Etwa eine Million Menschen in Deutschland leben mit einer derartigen Zeitbombe, ohne es zu ahnen. Die Strömungskräfte des Blutes und ein hoher Blutdruck vergrößern eine Gefäßausbuchtung immer mehr. Ist sie groß genug, kann das Aneurysma platzen, urplötzlich und mit gravierenden Folgen“, so der leitende Arzt für Gefäßchirurgie am FEK.

Während vier seiner Kollegen die Besucher in den Behandlungszimmern untersuchten, erklärte Selch im Eingangsbereich des FEK die Behandlungsmethoden bei einer solchen Gefäßaussackung. Es gibt zwei Verfahren: Bei der offenen Operation entfernt der Arzt die Aussackung der Hauptschlagader und überbrückt sie mit einer Kunststoffprothese. Bei der minimalinvasiven Variante schiebt der Arzt einen Katheter samt einer umhüllten Gefäßprothese im Blutgefäß bis zur kranken Stelle vor. „Das Stent-Verfahren macht circa 80 Prozent aus. Mit diesem überaus schonenden Operationsverfahren stehen die Patienten bereits einen Tag nach der OP wieder auf den Beinen“, berichtete Alexander Selch.

Anhand von Modellen und anschaulichen Filmen, die über einen Bildschirm im Hintergrund liefen, erklärte der Gefäßchirurg den Besuchern das ebenso einfache wie effektive Verfahren: „Mit zwei kleinen Schnitten an der Leiste werden die Prothesen in den Körper des Patienten eingeführt. Der minimalinvasive operative Eingriff hat sich in den letzten 15 Jahren bewährt. Mussten Patienten früher nach einer offenen OP drei bis vier Wochen intensivmedizinisch behandelt werden, ist das heute in vielen Fällen nicht mehr nötig“, sagte Selch.

Wichtig ist jedoch die regelmäßige kontrollierende Untersuchung. Am Sonnabend kamen immerhin mehr als 120 Besucher ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus, um die Beschaffenheit ihrer Aorta per Ultraschall untersuchen zu lassen. Den meisten erging es wie Edeltraut Kummerow: Sie verließen das Untersuchungszimmer mit der Sicherheit einer tadellosen Bauchschlagader. Es gab aber auch einen Besucher, dessen Aorta dermaßen erweitert war, dass er sofort einen Behandlungstermin vereinbarte.

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erstellt am 23.Mai.2016 | 08:30 Uhr

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