zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

Innenstadt : Geteiltes Echo auf den Sommermarkt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Tausende Besucher strömten am Wochenende über den Großflecken, doch in den Teichuferanlagen und auf dem Kleinflecken war weit weniger los.

Neumünster | Stefan Wegener, Präsident des Landesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute, zog gestern eine klare Bilanz: „Für die Premiere war es eine Granate.“ Tausende Besucher vergnügten sich von Freitag bis Sonntag beim Sommer-Jahrmarkt, der nicht wie sonst auf dem Jugendspielplatz, sondern in der Innenstadt seine Fahrgeschäfte und Zuckerbuden aufgestellt hatte. Die Schausteller auf dem Großflecken zeigten sich sehr zufrieden. Die Polizei, die mit einer Sonderstreife unterwegs war, meldete ein friedliches und fröhliches Fest. Doch die Besucherströme konnten nicht wie erhofft durch die Teichuferanlagen über den Kleinflecken und durch die Lütjenstraße in einen Rundlauf durch die Innenstadt gelenkt werden.

Kritische Stimmen gab es daher vom historischen Jahrmarkt am Teich. „Die Menschen sehen uns hier nicht, das ist schade, es ist wenig los“, sagte Giuliano Breul, Junior-Chef des Hau-den-Lukas’. Michael Wundsam, Mandelbrenner aus Brokstedt, sprach von einem klaren Zusatzgeschäft: „Einige Schausteller haben abgesagt. Die angekündigten Aktionen haben nicht stattgefunden.“

Auch zu den Veranstaltungen auf dem Kleinflecken kamen weniger Interessierte als erwartet. Rund 50 Bürger frühstückten am Sonnabend mit Politikern von lediglich drei Ratsfraktionen (CDU, SPD und BFB). Der Stadtfeuerwehrverband hatte am Sonntag die Riesenrutsche „Feuertaufe“ auf dem Kleinflecken aufgebaut. „Leider fehlt ein wenig mehr Werbung und der Hinweis, dass wir hier sind“, bedauerte Sprecher Peter Kleinjung. Dennoch werde der Verband auch im kommenden Jahr wieder dabei sein, denn insgesamt sei der Jahrmarkt in der Innenstadt richtig, sagte er.

In der Lütjenstraße fiel das vom Jugendverband angekündigte Wikingerlager komplett aus. „Es sollte von der ,Gilde der Spieler’ organisiert werden. Aber wir sind in der Urlaubszeit, außerdem läuft das Ferienprogramm, daher war das nicht machbar“, erklärte der Vorsitzende Dietrich Mohr.

Auch die Besucher merkten die Trennung: „Hier auf dem Großflecken ist echt was los, am Teich aber leider gar nicht. Schade“, sagte Nicole Möller aus der Innenstadt, die mit Sohn Lukas (8) unterwegs war.

 

Kommentar von Christian Lipovsek

Gesprächsbedarf

Vorne hui, hinten (noch) pfui. Das ist die Bilanz des Sommermarktes in der Innenstadt. Dabei  muss nichts schlecht geredet werden, was nicht schlecht war, aber es sollte in einem objektiven Fazit auch nichts beschönigt werden. Fast alle  Schausteller werden im Vergleich zum Jugendspielplatz ein  vermutlich deutliches Plus in der Kasse haben.   Das ist gut, denn das Geschäft ist hart. Es sind wesentlich mehr Besucher gekommen. Die Innenstadt war über drei Tage von vormittags bis spät abends friedlich und fröhlich belebt. Einige Geschäfte am Großflecken hatten am Sonntag extra geöffnet, auch dieser Handel hat profitiert.  Die oft propagierte Belebung der gesamten Innenstadt jedoch hat so nicht stattgefunden.  Hier gab es eine ganze Reihe  Abstimmungs- und Kommunikationsprobleme,  es fehlten auch Anreize von der Kieler Brücke Richtung Stadthalle zu gehen. Das Ziel war für das erste Mal  auch zu hoch gesteckt.   Die Verantwortlichen sollten nun kritikfähig genug sein, dies zu erkennen und konstruktive Verbesserungsvorschläge in Gesprächen aufzunehmen.  Dann könnte 2017 tatsächlich ein Volksfest stattfinden, das alle Beteiligten zufriedenstellt und ein neues Aushängeschild der Stadt wird.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Aug.2016 | 07:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen