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Holsteinischer Courier

19. April 2014 | 06:36 Uhr

- Geschäftsleute am Kleinflecken kritisieren das Hin und Her um den Wochenmarkt

vom

Neumünster | Die Markthändler und die Großflecken-Anlieger haben sich durchgesetzt und den Wochenmarkt nach nur sieben Markttagen zurückgeholt - aber was ist mit den Kleinflecken-Geschäftsleuten? Der Courier hat sie gefragt. Am Kleinflecken ist das Hin und Her zum Teil bitter aufgestoßen.

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"Die Stadt ist umgekippt vor den Markthändlern. Wer am lautesten schreit, bekommt recht, das kann es nicht sein", sagte Brunhild Volkmer vom Schreibwarengeschäft Paper Point. Ihr Geschäft sei auf den Kundenlauf am Kleinflecken angewiesen. "Für uns bedeutet das 30 Prozent mehr oder weniger Umsatz an den Markttagen", sagte sie und hat eine Befürchtung: "Das Fatale ist: Der Wochenmarkt wird im nächsten Jahr nicht wieder kommen." Dabei habe es die Stadt viel Geld gekostet, den Kleinflecken marktgerecht umzugestalten. Wegen eingebrochener Umsätze hatten die Markthändler in der vergangenen Woche den sofortigen Rück-Umzug zum Großflecken durchgesetzt, trotz aller Vereinbarungen mit der Stadtverwaltung (der Courier berichtete).

"Wenn Wochenmarkt ist, haben wir mehr zu tun. Es gibt mehr Kundenlauf", bestätigt auch Jessica Lucht, die Leiterin des Friseursalons C&M-Company. Martina Kröger von der Markt-Apotheke sah das ebenso: "Wir hatten uns gefreut, dass fast wieder die alte Atmosphäre herrschte." Ihre Kunden hätten den Markt in der vorweihnachtlichen Hektik als "sehr wohltuend und gemütlich angesehen", betonte auch ihre Chefin Stefanie Schneider. Fast alle Geschäfte am Kleinflecken lebten von der Kundenfrequenz - und die sei nun einmal größer an Markttagen. Sie findet deshalb das Hin und Her sehr unerfreulich. "Das war irritierend für die Kunden", sagte Stefanie Schneider.

Ihr Apotheker-Kollege Lars Peter Wall von der Mühlen-Apotheke ein paar Meter weiter an der Lütjenstraße hätte sich gewünscht, dass die Stadt mehr "geraden Rücken" zeigt. Der Markt auf dem Kleinflecken habe die Lütjenstraße und die Mühlenbrücke ganz klar belebt.

Auch Mirko Jablonka von Jablonka Wohnkonzepte fand es schade, dass der Markt nach nur sieben Tagen wieder weg war. Jablonka hat ganz unterschiedliche Stimmen vernommen. "Die Markthändler sagen, dass ihre Umsätze am Großflecken deutlich besser sind. Viele Kunden finden aber am Kleinflecken das Ambiente und auch das Straßenpflaster viel angenehmer", sagte er. Es sei zwar weniger los gewesen als an üblichen Wochenmarkt-Tagen auf dem Großflecken, aber dem Kleinflecken habe es gut getan. Dessen Umgestaltung sieht er als gelungen an. "Es ist sehr viel ansprechender als früher", sagte Jablonka.

"Für uns bringt ein Wochenmarkt nichts, der vier Wochen im Jahr am Kleinflecken ist", sagte Stefan Kallmorgen. Der Geschäftsführer von Optiker Ley mag nicht glauben, dass die von den Marktbeschickern beklagten Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent am Standort Kleinflecken liegen. "Das ist unvorstellbar. Ich habe das Gefühl, es lag einfach an der kalten Witterung", sagte er. Den neu gestalteten Kleinflecken lobt er, vor allem die gebührenpflichtigen Kurzzeitparkplätze. "Die früheren Dauerparker haben uns gar nichts gebracht. Jetzt ist die Situation besser - auch weil die Parkgebühren moderat sind", sagte Stefan Kallmorgen.

Die Parkplätze im Blick hatte auch Jasmin Hukic. Ihr Fazit der sieben Wochenmarkt-Termine vom 20. November bis 11. Dezember auf dem Kleinflecken fiel aber trotzdem negativ aus. "Als der Wochenmarkt hier war, war das schlecht für mein Geschäft", sagte die Inhaberin von "Jasmins Wohnwelten". "Die Leute, die zum Wochenmarkt auf dem Kleinflecken kamen, machten das gezielt und nicht, um Geschenke bei mir einzukaufen", sagte sie. Die Folge: "Alle Parkplätze waren durch den Wochenmarkt blockiert."

von ro
erstellt am 18.Dez.2012 | 03:59 Uhr

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