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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 12:39 Uhr

Rendswühren : Gemeindevertreter fordern den Verzicht auf Windkraft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Landschaftsplaner stellte die Stellungnahme der Gemeinde zu den Regionalplänen vor.

Rendswühren | Die Rendswührener wollen die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde erhalten. Deswegen hat sich die Gemeindevertretung vorgestern Abend gegen eine Ausweisung von Windeignungsflächen ausgesprochen.

Die Liste der Abwägungskriterien für die Stellungnahmen zu den aktuellen Regionalplänen des Landes für die Ausweisung von Eignungsflächen für die Windenergie ist lang. Viele der Kriterien überschneiden sich. Die Übersicht zu behalten, ist keineswegs einfach, weiß Rendswührens Bürgermeister Dr. Thomas Bahr. Landschaftsplaner Enno Meier-Schomburg bestätigte das. Er hat die Stellungnahme der Gemeinde zur Windkraftplanung in Rendswühren ausgearbeitet und am Montag während der Gemeindevertretersitzung auf Hof Viehbrook vorgestellt.

„Planung möchte eigentlich einfach und verständlich sein, ist sie aber nicht“, meinte der Landschaftsplaner. Deswegen gab es nach einer intensiven Vorstellung der Abwägungskriterien, die von Greif- und Großvogelschutz für Seeadler, Schwarzstörche oder Milan und Weißstorch bis zum Uhu, Lärmschutz, Wetterradar oder Sichtachsen reichen, eine Zusammenfassung für die Rendswührener. Dort heißt es: „Die Gemeinde Rendswühren hat sich intensiv mit der Ausweisung möglicher Eignungsgebiete für die Windenergienutzung und den von der Landesplanung empfohlenen Kriterien beschäftigt. Nach der landschaftsplanerischen Analyse unter den Gliederungspunkten der Siedlungsstruktur, einer potenziellen Umzingelung, dem Biotopverbund, vorhandener Ökokontoflächen, der potenziellen Beeinträchtigungsbereiche um Horste geschützter Großvogelarten und dem Erhalt unzerschnittener landschaftlicher Freiräume sowie einem intensiven Abwägungsprozess wird festgestellt, dass die Gemeinde Rendswühren durch die vorgesehenen Vorranggebiete für Windkraft unter der Prüfung der ,Kriterien für den weiteren Abwägungsprozess‘ mehrfach erheblich belastet ist und dadurch in ihrer weiteren Entwicklung eingeschränkt wird.“

„Ein wichtiges Kriterium bleibt das Wetterradar in Boostedt“, erklärte Landschaftsplaner Enno Meier-Schomburg. Das empfindliche Radarsystem könnte durch nzu hohe Windkrafträder gestört werden.

Aus diesem Grund fordert die Gemeinde Rendswühren den Verzicht auf die Ausweisung der Gebiete als Vorrangflächen für die Windenergie. „Sollten die vorgelegten Gründe kein Gehör bei der Landesplanung finden, wäre das bedauerlich“, meinte Rendswührens Ehrenbürgermeister Claus Hopp. Dann bliebe nur noch der Verzicht der Grundeigentümer auf eine Beteiligung. Bereits im Oktober soll es in die nächste Runde gehen. Dann sollen die neusten Pläne der Landesplanung vorgelegt werden, kündigte Planer Enno Meier-Schomburg an.

Außerdem wurde über eine mögliche Aktienbeteiligung der Gemeinde an der Schleswig-Holstein Netz-AG beraten. Unter Berücksichtigung der anstehenden Aufgaben und Planungen wie möglichen Sanierungen der Abwasserentsorgung oder der Planung für das Gemeindezentrum sprachen sich Rendswührens Vertreter gegen eine Beteiligung aus.  





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