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Sperrbezirk in Neumünster : Geflügelpest bringt Tierpark in Finanz-Not

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Kosten für Futter, Desinfektionsmittel und Schutzanzüge steigen deutlich an. Die Pinguine können wohl nicht brüten.

Neumünster | Es gibt einen neuen, dritten Fall von Geflügelpest in der Stadt. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte jetzt, dass eine am 27. Februar am Einfelder See gefundene Wildgans an dem Virus verendet ist. Damit verlängern sich die bereits seit Anfang Februar bestehenden Schutzmaßnahmen im Sperrbezirk um weitere 21 Tage, teilte die Stadt Neumünster am Freitag mit. Das bringt nun den Tierpark, der in dem betroffenen drei Kilometer breiten Radius um den Fundort liegt, in finanzielle Bedrängnis.

„Wir dürfen keine Futtertiere mehr annehmen und müssen viel teures Fleisch dazukaufen. Außerdem gehen die Schutz- und Desinfektionsmaßnahmen mittlerweile richtig ins Geld“, sagt die zoologische Leiterin Verena Kaspari. Neben speziellen Reinigungsmitteln sind zum Beispiel Schutzanzüge für die Tierpfleger oder Planen für die Gehege und Volieren Vorschrift. Und der Markt reagiert auf die gestiegene Nachfrage. „Der Preis für die Einmal-Anzüge ist in den vergangenen Wochen deutlich teurer geworden. Am Anfang habe ich gut einen Euro pro Stück bezahlt, nun sind es schon fast fünf Euro“, erklärt die Tierpark-Chefin.

Knut Ebel, zweiter Vorsitzender der Tierparkvereinigung, bestätigt: „Die Mehrkosten sind erheblich. Es ist für uns ein schlechter Zeitpunkt, da gerade erst einige Baumaßnahmen waren.“ Noch sei die finanzielle Belastung aber nicht existenzbedrohend. „Wir hoffen selbstverständlich, dass wir möglichst schnell mit dem Thema durch sind und es nicht nochmal in die Verlängerung geht“, so Ebel.

Hierhin sollen die Singschwäne umziehen: Das Gehege am Kleintierhof ist mit Planen komplett dicht gemacht.
Hierhin sollen die Singschwäne umziehen: Das Gehege am Kleintierhof ist mit Planen komplett dicht gemacht. Foto: Lipovsek
 

Die Seuche bringt auch neue logistische Herausforderungen mit sich. So können die zehn Humboldt-Pinguine weiterhin nicht nach draußen und damit auch nicht in ihre Bruthöhlen. „Die Frühjahrsbrut findet damit aller Wahrscheinlichkeit nach nicht statt“, sagt Verena Kaspari. Die Tiere sollen nun vorübergehend in die etwas größere Watvogelanlage umziehen. Dort sind im Moment noch die Singschwäne, die in ein mit Planen abgedecktes Gehege am Kleintierhof umgesetzt werden. „Wir sind nun seit November vergangenen Jahres im Beobachtungs- oder Sperrgebiet. Das macht uns schon zu schaffen“, erklärt die Tierpark-Chefin.

Besucher der Einrichtung im Stadtwald müssen weiterhin über die hinter dem Eingangsgebäude ausgelegten Desinfektionsmatten laufen, ehe sie zu den Gehegen können.

 

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erstellt am 04.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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