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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 18:47 Uhr

Ratsversammlung : Ganz neue Vorschläge für den AJZ-Bau

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

CDU und BFB wollen nicht fast 4 Millionen Euro in den Umbau stecken, sondern einen Neubau, in dem auch VHS und Stadtbücherei unterkommen

Neumünster | Kurz vor der Ratsversammlung am Dienstag kam die CDU mit einem ganz neuen Vorschlag für die Aktion Jugendzentrum (AJZ): Statt 3,8 Millionen Euro in den Umbau der früheren Textilfabrik an der Anscharstraße sollte die Stadt lieber das Geld in einen Neubau investieren, sagte CDU-Fraktionschef Gerd Kühl.

Mit diesem Neubau könne man ein Kulturzentrum schaffen, in dem nicht nur die AJZ, sondern auch die Stadtbücherei und die Volkshochschule (VHS) einziehen könnten, sagte Kühl und versprach sich davon „erhebliche Synergieeffekte“. Er könne sich auch vorstellen, dass sich die Niederdeutsche Bühne hier ansiedeln würde, sagte Kühl, räumte aber ein, dass die NBN „nicht so begeistert“ reagiert habe. Kühl: „Wir haben in der Werkhalle an der Klosterstraße noch eine andere Baustelle.“

Um diese Vorschläge zu erörtern, signalisierte Kühl für die CDU auch eine Sonderratssitzung zum Thema und bat um Zustimmung, das Thema AJZ-Bau solange zu vertagen.

Das nannte Axel Westphal (SPD) nicht nur „unglücklich, sondern fahrlässig“. Wie ernst nehme die Ratsversammlung es mit der Identität der Stadt? Die Hallen seien letzte Zeugnisse der Industriekultur und sollten deshalb erhalten werden. Das Konzept, dort AJZ, Jugendarbeit und Kreativwirtschaft miteinander zu verbinden, fand Westphal schlüssig. „Ein Neubau bleibt steril, ein Gebäude ohne Leben“, sagte Westphal und fragte: „Wollen wir eine schnelle Lösung für das AJZ oder nicht?“ Kühl konterte, im Gebäude an der Anscharstraße sei nichts erhaltenswürdig. „Unser Vorschlag lautet: Blank machen, abreißen und neu bauen.“

Thomas Krampfer von den Grünen zeigte sich entsetzt: „Es gibt keine schnelle Lösung, wenn VHS und Stadtbücherei integriert werden sollen. Mit dem Kiek In gibt es keine Synergien, das will bleiben, wo es ist. Man kann das nicht alles wie Legosteine verschieben.“

Esther Hartmann vom Bündnis für Bürger (BFB) nannte den CDU-Vorschlag dagegen „ganz charmant“. Die Kosten sollten gedeckelt werden. Dem BFB seien 3,8 Millionen Euro zu teuer, und das immer ins Feld geführte Argument Denkmalschutz stimme gar nicht. FDP-Fraktionschef Reinhard Ruge kritisierte zwar die aus dem Ruder gelaufenen Kosten, die FDP stehe aber wie die Verwaltung immer noch hinter dem Konzept, hier AJZ und Kreativwirtschaft anzusiedeln.

Auf CDU-Antrag wurde das Thema gegen die Stimmen von SPD, Grünen, FDP und Linke vertagt. Mit einer erneuten Vertagung des Konzepts für das Vicelinviertel drang die CDU aber nicht durch. Kühl monierte, dass die politischen Gremien nicht zutreffend informiert worden seien. Auch ein AJZ-Neubau sei förderfähig. Das bestätigte OB Dr. Olaf Tauras: „Der Rahmenplan müsste geändert und vom Innenministerium genehmigt werden. Das dürfte dauern.“

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erstellt am 29.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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