zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 15:00 Uhr

Bahnhof : Frust und Chaos am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Aufgrund einer Kabelstörung fuhren von Sonntagabend bis Montag nur wenige Züge zwischen Neumünster und Elmshorn

Neumünster | Für viele Bahn-Pendler wurde gestern ein Albtraum wahr: Wegen einer Kabelstörung in Elmshorn fuhren zwischen Neumünster und Elmshorn über viele Stunden keine Züge mehr. Damit ging für die Reisenden Richtung Hamburg auf dieser Strecke nichts mehr. Laut Bahn waren in Neumünster tausende Fahrgäste von dem Ausfall betroffen.

Die Bahn empfahl den Gestrandeten, auf die Regionalexpress-Züge nach Bad Oldesloe auszuweichen und dort in die Nordbahn nach Hamburg zu steigen. Für die Gegenrichtung galt das gleiche. Nach Aussage von Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst erhöhte sich die Reisezeit durch den Umweg um 45 Minuten. Die Betroffenen hielten diese Schätzung allerdings für geschönt.

Für viele Berufspendler am Morgen und die Reisenden gen Süden, die in Hamburg Anschlusszüge erreichen wollten, brach erst einmal jegliche Zeitplanung zusammen. Schnell bildeten sich lange Schlangen vor dem Informationsschalter. Hektisch wurden per Handy Termine verschoben, immer wieder sprinteten Reisende zu den Anzeigetafeln.

Die Neumünsteranerin Zelin Zaku studiert an der Universität Hamburg und pendelt deshalb mit der Bahn. „Meine erste Vorlesung werde ich wohl verpassen, jetzt wollte ich erfahren, wie ich nach Hamburg kommen soll, damit ich zumindest zum Rest der Veranstaltungen kann“, sagte sie.

Frustriert war auch ein Ehepaar. Es wollte eine Reise nach Berlin antreten, bekam aber den Anschlusszug am Hamburger Hauptbahnhof nicht. Auch Bente Kruska aus Neumünster wusste nicht weiter. „Ich habe einen dringenden Termin in einer Klinik in Bremen und muss dafür in Hamburg umsteigen. Nun weiß ich nicht, ob ich es schaffe und hoffe, die Bahn bietet mir eine gute Alternative“, erzählte sie. Bienah Hesar geriet ebenfalls unter Druck: „Ich habe einen Termin bei einem Anwalt in Hamburg. Bei so wichtigen Dingen ist das natürlich sehr ärgerlich, dass man jetzt hier festsitzt. Auch mit der Alternativstrecke werde ich es nicht pünktlich schaffen“, beschwerte sie sich.

„Ich habe mit gut 100 Pendlern und Reisenden gesprochen, die von der Situation völlig überrascht und überfordert waren“, sagte Johannes Horns von der Bahnhofsmission. Viele Gestrandete konnten sich in der Mission bei einem Kaffee aufwärmen. „Wir haben uns mit dem Bahnservice abgesprochen und dann die Fahrplaninformationen weitergegeben“, berichtete Johannes Horns.

Begonnen hatte das Desaster laut Bahn bereits am Sonntag gegen 23 Uhr – und war zur morgendlichen Stoßzeit am Montag immer noch nicht behoben. Gestern Mittag gab es dann einen kurzen Lichtblick für die Reisenden: Um 12.30 Uhr hieß es: Das Problem ist behoben. Vier Züge fuhren wieder Richtung Hamburg, vier weitere erreichten Neumünster aus der Gegenrichtung. Doch eine Stunde später war wieder alles vorbei. Erneut gab es Störungen.

Laut Sabine Brunkhorst gab es jedoch „an allen Unterwegsbahnhöfen Schienenersatzverkehr in Form von Taxen“. Diese können die Fahrgäste nutzen, hieß es. Allerdings wussten viele der gestrandeten Reisenden in Neumünster von diesem Angebot nichts. Nach Aussage mehrere Reisenden war diese Möglichkeit in den Durchsagen der Bahn kein Thema.

Erst um 16.30 Uhr lief der Bahnverkehr zwischen Elmshorn und Neumünster wieder störungsfrei. Wie viele Züge insgesamt durch den Defekt ausfielen, konnte die Bahn gestern noch nicht sagen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 15.Nov.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen