zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

Daldorf : Frischling lebt in einer WG

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Saustarke Wohngemeinschaft: Junge Leute kümmern sich rührend um Bilbo, der ein verkrüppeltes Bein hat.

Daldorf | Frischling Bilbo hat richtig „Schwein“ gehabt. Der kleine Wildschweinfrischling war während der Maisernte von seiner Familie getrennt worden und hatte sich in den Garten einer älteren Dame geflüchtet. Die schaltete den Erlebniswald Trappenkamp ein, denn dort lebt eine ganze Rotte Wildschweine im Wald. Allerdings hätte Frischling Bilbo im Alter von gerade einmal drei Wochen keine Chance auf Familienanschluss gehabt. Bestenfalls hätte er als Beute eines Fuchses oder gar eines Keilers geendet. Wäre da nicht die Wohngemeinschaft einiger junger Leute, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr ableisten (FÖJ), wäre es um den kleinen gestreiften Zögling schlecht bestellt gewesen. Jule Großelohmann aus Arnsberg, Jonas Stögbauer aus Würzburg und Lars Meßner aus Reinfeld leisten und erklärten sich spontan bereit, den Frischling aufzunehmen und zu versorgen. „Sonst wäre er im Frischlingshimmel gelandet“, meinte Jonas Stögbauer. Doch das kleine Wildschwein ist nicht nur allein. Es hat auch noch einen verkrüppelten Vorderlauf.

Alle drei bis vier Stunden musste Bilbo anfangs mit Fohlenaufzuchtmilch gefüttert werden. „Das waren anstrengende Nächte“, sagt Jule Großelohmann. „Jetzt wird Bilbo zehn Wochen alt und hat bis auf eine kleine Erkältung das Schlimmste überstanden“, sagten die jungen Betreuer, in deren Wohngemeinschaft das kleine Wildschwein lebt. Inzwischen stehen Gemüse wie Mais, Karotten und Kartoffeln auf dem Speiseplan. In den nächsten Tagen bekommt Bilbo sogar noch Gesellschaft von einer kleinen Frischlingsbache aus dem Hamburger Tierheim. Und schon bald soll ein kleines Freigehege das neue Zuhause der beiden Borstenträger werden. Auch wenn der Erlebniswald sonst keine Frischlinge aufnimmt: Unter
diesen besonderen Bedingungen wurde eine Ausnahme gemacht. Immerhin
gab es dadurch auch für die freiwilligen ökologischen Dienstleister einiges
zu lernen.  

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen