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Holsteinischer Courier

06. Dezember 2016 | 22:58 Uhr

Karneval : Freundliche Übernahme mit Helau und Ahoi

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Traditionell eroberten die vier Karnevalsvereine das Rathaus / Ohne Gegenwehr gab Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger ihre Insignien ab / Alle Vereine spendeten für den guten Zweck

Neumünster | Die Passanten zückten die Handykameras und staunten: Gestern Vormittag zogen die vier Karnevalsvereine lautstark, bunt und fröhlich mit einem Tross über den Kuhberg und Großflecken zum Rathaus. Das Ziel der über 100 Karnevalisten: Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger traditionell am 11.11. zu entmachten.

Allen voran „beschützte“ Diensthund „Devil“ (9) mit seinem Herrchen, Polizeihauptmeister Jörg Schwarz vom zweiten Revier, die fröhliche Narrenschar. Rüdiger Schmitt vom Carneval-Club Stadtgarde (CCS) fuhr den mit grünen Luftballons geschmückten Quad, von dem Partyhits erschallten. Es folgten die Abordnungen des 1. Neumünsteraner Damenelferrats mit grünen Regenschirmen, die Karnevalsgesellschaften Nyge-Münster und Wittorf und der CCS. „Macht die Rathaustür frei, denn wir kommen mit viel Geschrei“, verkündete Beate Rüchel, Vorsitzende des ausrichtenden Damenelferrats, den Schlachtruf und hisste unter „Neumünster Helau“, „Ahoi“ und „Wei Wei“ die Fahne ihres Vereins vor dem Rathaus.

„Liebe Narrenschar, ich stehe bereit, die Macht abzugeben. Gehen Sie behutsam mit ihr um, versuchen Sie nicht, es allen recht zu machen, das klappt nicht. Regieren Sie mit Leichtigkeit und Lustigkeit“, sagte die Stadtpräsidentin schmunzelnd, nachdem Prinzen, Lieblichkeiten, Burggrafenpaar und Traditionsfiguren mit Tanzmariechen, Schlümpfen, Garden und Gefolge ins Rathausfoyer eingezogen waren. „Der Marsch durch die Innenstadt war eine Augenweide, auch für die Zuschauer, so dass sie erkennen: In Neumünster gibt es Karneval“, lobte Beate Rüchel.

Dann wurde es ernst: Die Stadtpräsidentin übergab „ohne Gegenwehr“ den Stadtschlüssel, die Kasse, das Wappen und ihre Amtskette an die vier Vereine. Diese zeigten sich spendabel – für den Kinderschutzbund (Damenelferrat: 111,11 Euro; Nyge-Münster: 333 Euro), für die Johannesgemeinde (KG Wittorf 222,22 Euro) sowie für den Bunten Kreis (CCS: 111,11 Euro). Der Stadtpräsidentin überreichten die frischgebackene Nyge-Münster-Prinzessin Miriam I und ihr Prinz Christian I. einen Schwan aus Salzgebäck.

Ein buntes karnevalistisches Programm rundete die freundliche Übernahme ab. Schon recht akrobatisch eröffnete die Wittorfer Juniorengarde den Reigen. „Süß!“, war das Urteil von Roswita Arendt (71) aus der Stadtmitte. „Wir sind immer hier, unsere Enkel tanzen sonst immer mit. Karneval ist super, das gehört einfach dazu“, freute sie sich. Junge Talente: die Nyge-Münster Tanzpaare Victoria (6) und Alexander (7) sowie Johann und Angelina (beide 9). Allerliebst: die schüchternen Minimäus-Schlümpfe des CCS. Eine tosende Beifalls-Rakete erntete das Wittorfer Tanzmariechen Lotta (9) für ihre akrobatischen Einlagen. Mit Überschlag und Spagat wirbelten die Nyge-Tanzmariechen übers Parkett. „Wahnsinn, ganz toll, eine wirklich sportliche Leistung, sie sind mit viel Freude dabei“, lobte die Stadtpräsidentin beeindruckt. Beim Finale lachten sich alle scheckig: Das Urgestein Henry Reimann, Gerd Fissler und Ernst Sindt vom CCS wirbelten als Omis im Blümchenkleid mit Rollatoren ihre Krücken bei der Nummer „Forever Young“, machten die Luftgitarre zu „I want to break free“ von Queen oder wankten mit weißen Handschuhen als Michael-Jackson-Zombies – zum Schießen komisch.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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