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Holsteinischer Courier

24. Juli 2016 | 14:47 Uhr

Flüchtlingszahl explodiert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Allgemeiner Sozialer Dienst bekommt drei zusätzliche Stellen

Per Dringlichkeitsantrag von Bündnis für Bürger/Piraten werden im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) drei zusätzliche Planstellen geschaffen. Der Grund dafür ist die exorbitante Zunahme an minderjährigen Flüchtlingen, die allein ohne ihre Eltern in Neumünster landen und hier betreut werden müssen.

„Die Belastung der Mitarbeiter im ASD stößt an die Grenzen, denn auch das Alltagsgeschäft muss weiter gehen“, begründete Esther Hartmann (BFB/Piraten) den Vorstoß ihrer Fraktion. „Hilfe benötigen wir jetzt, hier und sofort. Es darf keinem Kind etwas passieren“, sagte sie.

Da konnte auch Sabine Krebs (CDU) nur zustimmen. „Neumünster ist durch die Erstaufnahmeeinrichtung zentraler Punkt für Flüchtlinge“, sagte sie. Da sei nicht ungewöhnlich, dass auch die Zahl der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen steigt. Oft kommen sie durch Schleuser nach Deutschland. In Neumünster bleiben die meisten von ihnen oftmals bis zum 21. Lebensjahr. Das Land stehe in der Verantwortung, diese Kosten zu übernehmen.

„Wir sind von den Fallzahlen überrollt worden“, bestätigte Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth die Belastung und die von Esther Hartmann genannten Zahlen. Gab es 2013 erst 87 dieser Flüchtlingskinder ohne Begleitung, schnellte die Zahl im vergangenen Jahr auf 275 hoch. Allein im Januar 2015 kamen 46 – „wenn wir das auf zwölf Monate hochrechnen, kommen wir auf mehr als 500“, sagte Humpe-Waßmuth.

Die Personalratsvorsitzende Sabine Heidebrecht-Rüge bestätigte die Belastung der ASD-Mitarbeiter durch die große Zahl der Flüchtlinge. „Die Unterbringung ist kaum noch umsetzbar“, sagte sie. Zurzeit betreut der Dienst 220 Mündel, die Hälfte davon sind minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung.

Die Jugendlichen sind oftmals schwer traumatisiert, der Betreuungsaufwand im Allgemeinen Sozialen Dienst ist entsprechend hoch. Die Stadt hat deshalb schon die zuständigen Minister Kristin Alheit (Soziales) und Stefan Studt (Inneres) angeschrieben. „Egal, wie wir die Bettdecke ziehen, sie ist immer zu kurz“, beschrieb Humpe-Waßmuth das Dilemma. Hilfe müsse in diesem Fall auch von Bund und Land kommen. 

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erstellt am 13.Feb.2015 | 15:34 Uhr

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