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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 22:23 Uhr

Erstaufnahmeeinrichtung : Flüchtlingsschule geschlossen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zu wenig Schüler, die zu kurz bleiben. Weitere Schulen werden Daz-Zentren

Neumünster | Gestern wurden Neumünsters Schüler mit der Zeugnisausgabe in die Sommerferien entlassen, aber für die Flüchtlingsschule in der Erstaufnahme am Haart und in Boostedt war es zugleich der – wohl vorerst – letzte Schultag. Die Lehrer werden abgezogen.

Die Gründe sind schnell aufgezählt: Die Zahl der Flüchtlinge und damit auch die der schulpflichtigen Kinder in der Erstaufnahme sind stark zurückgegangen. „Außerdem verkürzt sich die Verweildauer durch beschleunigte Verfahren deutlich“, sagte der stellvertretende Leiter des Landesamts für Ausländerangelegenheiten, Dr. Johannes Hörnicke.

„Ein geregelter Schulbetrieb mit Lehrkräften ist nicht mehr sinnvoll, wenn die Kinder nur noch ein paar Tage da sind“, sagt Neumünsters Schulrat Jan Stargardt. Allerdings gebe es in der Landesregierung zurzeit Überlegungen, die Sprachförderung in der Erstaufnahme auf andere Weise fortzusetzen, sagte Stargardt.

Zu Spitzenzeiten wurden in der Füchtlingsschule 160 Kinder von acht Lehrern unterrichtet. Zuletzt waren es gerade einmal 15 Schüler in der Boostedter Außenstelle und kaum mehr am Haart. Einige Lehrer wurden schon abgezogen.

„Sie wurden an die Daz-Zentren versetzt und werden dort dringend gebraucht“, sagt Schulrat Stargardt. Das Kürzel Daz steht für „Deutsch als Zweitsprache“. Und hier will die Stadt – auch mit Blick auf die dauerhafte Aufnahme von Flüchtlingen ab Januar 2017 – gerüstet sein und die Kapazitäten zum 1. August nahezu verdoppeln. Zurzeit gibt es rund 300 Kinder mit nicht ausreichenden Deutsch-Kenntnissen.

Daz-Grundschulen sind zurzeit die Vicelinschule, die Pestalozzischule, die Mühlenhofschule und als deren Außenstelle auch die Johann-Hinrich-Fehrs-Schule. Letztere wird zum 1. August ein eigenständiges Zentrum. Die Pestalozzischule bekommt eine zweite Daz-Gruppe. Weitere Zentren mit zunächst je einer Gruppe werden zum neuen Schuljahr auch die Gartenstadtschule, die Timm-Kröger-Schule, die Grundschule an der Schwale und die Wittorfer Grundschule.

Bei den weiterführenden Schulen wird auch die Wilhelm-Tanck-Schule den Status eines Daz-Zentrums erhalten. Sie nutzt an der Steinmetzstraße bereits jetzt gemeinsame Räume mit der Helene-Lange-Schule und soll einen Teil der Daz-Schüler von der als Regionalschule auslaufenden „Hela“ übernehmen. Für ältere Jugendliche gibt es auch auf den drei Berufsschulen Deutsch als Zweitsprache.

Und was passiert, wenn wieder deutlich mehr Flüchtlinge kommen? Johannes Hörnicke: „So flexibel wie im Herbst 2015 können wir auch bei wieder steigenden Zahlen reagieren.“

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erstellt am 24.Jul.2016 | 09:00 Uhr

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