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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 14:46 Uhr

Polnische Kammerphilharmonie : Flöte und Harfe waren die Höhepunkte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Polnische Kammerphilharmonie Sopot trat im Theater in der Stadthalle auf. Bei den Zuhörern blieben viele Fragen offen.

Neumünster | Als das Konzertprogramm des Kulturbüros im Sommer erschien, war das New Yorker Arcos Orchestra für den 28. November angekündigt. Vor acht Wochen dann die Absage. „Wegen künstlerischer Unvereinbarkeiten“ strichen die Musiker der berühmten Juilliard-School ihre komplette Europa-Tournee, darunter auch den Auftritt in Neumünster. Sünne Höhn vom Kulturbüro fand Ersatz. Die Polnische Kammerphilharmonie Sopot unter der Leitung von Wojciech Rajski hielt nicht nur den Termin, die 18 Streicher übernahmen am Montagabend im Theater in der Stadthalle auch das komplette Programm.

Bereits hier stellte sich die erste Frage: Gehören Mozarts „Adagio und Fuge c-moll“, Janáceks „Idylle für Streicher“, Mendelssohns „Sinfonia für Streicher Nr. 7 d-moll“ und Beethovens „Große Fuge B-Dur“ zum Repertoire der Polnischen Kammerphilharmonie Sopot, oder hatten die Musiker lediglich acht Wochen Zeit, die Stücke gemeinsam einzustudieren?

Beim ersten Mozart-Stück hatte man fast den Eindruck. Die Instrumentalisten spielten technisch korrekt, blieben aber glanzlos und wirkten müde. Haben die Musiker die komplette Europa-Tournee des Arcos Orchestras übernommen? Haben sie am Sonntagabend in einer anderen Stadt gespielt und den gesamten Montag im Bus gesessen? Fragen, die Wojciech Rajski mit ein paar einleitenden Worten hätte klären können. Das Verständnis und die Sympathien der 285 Gäste wären ihm sicher gewesen. Das Neumünsteraner Publikum spart gemeinhin nicht mit Bravo-Rufen und Applaus. Am Montagabend kam beides prompt nach dem zweiten Stück. Bei Janáceks Suite gelang es den Streichern, die unterschiedlichen Stimmungen schön herauszuarbeiten.

Eindeutiger Höhepunkt des Abends war Mozarts „Konzert für Flöte, Harfe und Orchester C-Dur“. Die beiden Solistinnen Anissa Baniahmad an der Querflöte und Liv Hansen an der Harfe erzeugten gemeinsam eine aparte Klangkombination, die besonders im 2. Satz zur Geltung kam. Zart und lyrisch ließen die beiden Stipendiatinnen der Mozartgesellschaft Dortmund ihre Instrumente auch in der mit frenetischem Applaus geforderten Zugabe erklingen. Die Interpretation von Gabriel Faurés „Sicilienne“ zeugte vom großen solistischen Können der beiden Ausnahmemusikerinnen. Doch man hätte gerne etwas zu den Stücken und den Musikern erfahren.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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