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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 14:38 Uhr

Holstenhalle : Firmen warben um den Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

7. Berufsfindungsmesse „Betriebe hautnah“. 58 Unternehmen präsentierten sich und ihre Ausbildungsberufe

Klappern gehört zum Handwerk – das zeigte sich gestern bei der bereits zum siebten Mal in der Holstenhalle 4 ausgetragenen Ausbildungs- und Berufsfindungsmesse „Betriebe hautnah“. Inzwischen haben die Jugendlichen nämlich die freie Auswahl, und die Firmen müssen um den Nachwuchs werben und sich dabei immer mehr anstrengen.

Die Firma Transcoject in Wittorf hatte mit Pablo von Falkenhausen extra einen Jongleur engagiert. „Das nennt sich Sign-Spinning. Ich jongliere mit dem Firmenschild und versuche so, Aufmerksamkeit zu wecken“, sagte er. „Wir bilden in vielen Berufen aus, beim Industriekaufmann gibt es auch kein Problem“, sagte der stellvertretende Ausbildungsleiter Hendrik Scheffler. Doch im Produktionsbereich des Medizintechnikherstellers gebe es Probleme, Nachwuchs zu finden. Berufe wie den Verfahrensmechaniker haben viele Jugendliche nicht auf dem Radarschirm.

„Es wird immer schwieriger, Jugendliche für einen klassischen Ausbildungsberuf zu motivieren. Gute Schüler wollen das Abitur und studieren“, sagte Britta Herrmann, Teamleiterin beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur. Sie hatte mit der Berufsberatung zum siebten Mal die Messe organisiert und stellte 58 Firmen aus Neumünster und der Region eine kostenfreie Plattform.

840 Schüler aus 14 Schulen hatten sich im Vorfeld angemeldet und waren oft sehr gut vorbereitet und hoch motiviert. Nikolay Martin (18) etwa konnte beim Stand von Orthopädietechnik Nord mit einer Bewerbungsmappe aufwarten. Der Brokstedter absolviert gerade eine berufsvorbereitende Maßnahme bei einem Bildungsträger und interessierte sich bei Prokurist Reiner Wallus für eine kaufmännische Ausbildung. „Die Gesundheitsbranche bietet Perspektiven“, sagte Wallus und empfahl ein Kurzpraktikum: „Dann können beide sehen, ob es passt.“

Katja Gorzolka ist die Ausbildungsleiterin der Stadt und hatte die Zahlen der vergangenen Jahre verglichen. Ihr Fazit: „Noch stimmen die Bewerberzahlen im Verwaltungsbereich. Aber im gewerblich-technischen Bereich beim TBZ wird es weniger.“ Bei den Fachkräften für Abwassertechnik und den Gärtnern konnte die Stadt in diesem Jahr nicht alle Lehrstellen besetzen.

Beim Autohaus Süverkrüp & Ahrendt gab es mit einem Mercedes-Flitzer nicht nur optisch einen Hingucker, sondern auch Infos auf Augenhöhe. Hier standen die angehende Automobilkauffrau Christin Wiegel und Mechatroniker-Azubi Jussuf Alsani den Schülern Rede und Antwort. „Wir Azubis können das am besten rüberbringen“, sagte Jussuf Alsani. Christin Wiegel: „Ich war 2015 noch als Schülerin hier.“

Vor allem das Handwerk muss sich strecken. Das konnten Torge Steenblock von der Innung des Baugewerbes und seine Kollegen Stefan Schallert und Fred Woebs von der Elektroinnung unisono bestätigen. Um so wichtiger werden Messen, um sich als attraktiver Betrieb hautnah zu präsentieren. Reiner Wallus: „Wir nutzen diese Messe schon seit Jahren und haben auf diese Weise schon Ausbildungsverträge vereinbart.“

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erstellt am 11.Nov.2016 | 08:15 Uhr

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