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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 03:01 Uhr

Siedlergemeinschaft Mehrens : Fester Zusammenhalt seit acht Jahrzehnten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Siedlergemeinschaft Mehrens in Tungendorf feiert ihr 80-jähriges Bestehen. Damals kostete ein Quadratmeter 70 Pfennig – und die Häuser wurden gemeinsam gebaut und verlost.

Neumünster | Es ist ein besonderes Jubiläum, das heute im Schafstall an der Max-Eyth-Straße begangen wird. Die Siedlergemeinschaft Mehrens aus Tungendorf feiert ihren 80. Geburtstag mit einem großen Fest. Unter den Gästen ist auch Herta Stange, die für ihre 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wird. Mit 92 Jahren ist sie zudem das älteste Mitglied der Tungendorfer Gemeinschaft.

Gegründet wurde die Siedlergemeinschaft Mehrens 1936. Zur Siedlung gehörten rund 70 Häuser im Dorfkamp, der Hans-Roß-Straße, dem Aukamp, dem Langjähren, der Wilhelm-Dorn-Straße, den Auwiesen und dem Süderdorfkamp.

Mitte der 1930er-Jahre waren es vor allem junge Familien, die sich unter großen Schwierigkeiten ein Eigenheim schufen, erinnert sich der heutige Gemeinschaftsleiter Horst Majert. Das Land für die Siedlerstellen in Tungendorf wurde damals von der Textilfirma Mehrens gekauft, auf die auch der Name zurückgeht.

Die Grundstücke hatten eine Größe von rund 1000 Quadratmetern. Für einen Quadratmeter wurden rund 70 Pfennig fällig. Jedes Haus hatte im Erdgeschoss ein Wohn- und ein Schlafzimmer sowie eine große Küche. Der Waschküche schloss sich der Stall an. Im Dachgeschoss gab es drei Kinderzimmer und einen Bodenraum.

Alle Häuser wurden damals in Eigenleistung erstellt: „Jeder hat dem anderen geholfen und überall mitgearbeitet. Danach wurden die Häuser verlost. Man sollte vorher nicht wissen, welches man bekommt, damit man sich nicht mit dem eigenen besonders viel Mühe gibt“, sagt Herta Stange.

Die Seniorin erinnert sich noch gut an die Zeit, als sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern 1950 in eines der Häuser einzog: „Wir hatten kein warmes Wasser und keine Heizung, da kam dann der Ofen zum Einsatz.“

Vieles habe sich im Laufe der Jahrzehnte geändert, sagt Horst Majert. „Früher glich ein Haus dem anderen, heute ist das nicht mehr der Fall. Das ist alles viel lockerer geworden.“ Den Nachbarschaftsgedanken versuchen die derzeit 56 Mitglieder auch nach acht Jahrzehnten weiter zu bewahren. „Wir feiern Straßenfeste, veranstalten Osterfeuer und achten aufeinander. Jedes fremde Auto wird hier sofort registriert“, sagt Majert schmunzelnd.

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erstellt am 22.Okt.2016 | 15:00 Uhr

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