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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 13:19 Uhr

Protest : Fassungslosigkeit über Äußerungen von Refik Mor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Politiker melden sich sehr kritisch zu den Pro-Erdogan-Aussagen des CDU-Ratsherrn zu Wort.

Neumünster | Auch Tage nach der Veröffentlichung der Äußerungen von Refik Mor über den türkischen Präsidenten Erdogan schlagen die Wellen hoch. Weitere Kommunalpolitiker haben sich zu Wort gemeldet.

Die SPD-Vorsitzende von Gadeland, Alexandra Mallon, hat den türkischstämmigen CDU-Ratsherrn Mor unverhohlen aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Sie zeigt „Refik Mor die rote Karte“ und schreibt: „Kluge Worte aus Österreich: ,Wer sich in der türkischen Innenpolitik engagieren will, dem steht es frei, unser Land zu verlassen!‘ Refik Mor täte gut daran, sich diesen Ausspruch sichtbar irgendwo hinzukleben und darüber nachzudenken. Es wird Zeit, dass Refik Mor begreift, an wessen Tisch er sitzt und wessen Brot er isst und dass er sich als Ratsherr zu unserer demokratischen Grundordnung und unseren Werten konform verhält“, so Alexandra Mallon in einer Pressemitteilung.

Der Ratsherr der Linken, Jonny Griese, schreibt in einem offenen Brief an den „Lieben Refik“ über das hohe Gut der Meinungsäußerung in Deutschland: „Lass uns gemeinsam dafür kämpfen, unsere Grundwerte dem türkischen Volk zu vermitteln. Nur wer frei seine Meinung sagen und schreiben darf, ist wirklich frei. Ich würde mich freuen, wenn du deine Aussagen überdenkst und weiterhin für unsere Grundwerte kämpfst.“

Mit Fassungslosigkeit hat sich der langjährige CDU-Kreisvorsitzende Torsten Geerdts geäußert. In seiner aktiven Zeit kam Refik Mor in die Kommunalpolitik. „Meine Enttäuschung ist enorm, da ich mich stets für eine Vertretung von deutsch-türkischen Mitbürgern in der Ratsversammlung eingesetzt habe“, teilte Geerdts mit. Erst am letzten Wochenende habe Erdogan die Wiedereinführung der Todesstrafe in Aussicht gestellt: „Für mich ist es vor diesem Hintergrund nicht akzeptabel, dass ein Mitglied der Ratsversammlung das Vorgehen undifferenziert verteidigt“, so Geerdts. Die Äußerungen von Refik Mor seien mit der Politik der CDU unvereinbar: „Sollte er nicht die Kraft aufbringen, seine Äußerungen zweifelsfrei zu korrigieren, müssten sich an dieser Stelle die Wege trennen.“

Refik Mor hatte im Courier die Politik von Erdogan gelobt und die CIA, Nato und EU für den Putschversuch in der Türkei verantwortlich gemacht. Deutschland trage eine Mitschuld an den Toten des Putschversuchs.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 08:30 Uhr

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