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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 14:38 Uhr

Schillerstraße : „Farmhouser“ sorgten für gute Laune

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die sechs Musiker aus den Niederlanden machten dreieinhalb Stunden Musik / 90 Jazz-Freunde im „Schillers“ waren begeistert

Neumünster | Der Freitagabend im „Schillers“ wirkte wie eine Vitaminspritze gegen den trüben November-Blues, weil die sechs holländischen Musiker der „Farmhouse Jazzband“ mit ihrer übergreifenden Spiellaune einen beeindruckenden Jazzabend zelebrierten. Die 90 Gäste standen auf und dankten mit rhythmischem und lang anhaltendem Applaus. Eingeladen hatte der Jazz-Club Neumünster. Und das Ende war nach drei Sets erst kurz vor 23.30 Uhr. Der Kommentar dazu von Bandleader Hans van Wermerskerken lautete: „So geht das mit die alten Leute aus Holland.“

Schon zu Beginn hatten sie versprochen: „Wir machen einen tollen Abend.“ Am Ende waren die auf der Bühne und die davor davon überzeugt und bestens gelaunt. Cees Heegstra (Schlagzeug), Ben Wever (Kontrabass und Geige), Rob van Bergen (Trompete und Bügelhorn), Michel Pos (Tenor- und Sopransaxofon), Gerald Tavenier (Gitarre und Banjo) und Hans van Wermerskerken (Posaune) boten einen gekonnten traditionellen New Orleans Jazz, den sie durch Swing, Gospel und einen ungemein variantenreichen Blues ergänzten. Sie selbst nennen ihre Mischung „Roots“; so titelt auch ihre neuste CD. Bei teils langen Soli, bewiesen alle sechs ihre besondere musikalische Qualität, die die drei Bläser auch durch ihren Gesang untermauerten. Allein auf der Bühne trommelte Heegstra am Schlagzeug geschätzte fünf Minuten. Tosender Beifall. Ebenso beeindruckten die weichen, samtigen Töne des Sopransaxofons von Michel Pos. Immer wieder Szenenapplaus. Bei Jazz-Klassikern wie „Royal Garden Blues“ oder „St. Louis Blues“ glaubte man, die Band biege jeden Moment um eine Straßenecke in New Orleans oder Chicago. Nicht an der Straßenecke, aber im Saal und hinter der Theke haben die „Farmhouser“ dort schon gespielt.

Bei einigen Titeln – wie etwa bei „Jeeps Blues“ – schimmerte Juke Ellington durch. Auch Romantik hatten sie im Angebot mit „Blues in my Heart“ oder einen Swing für Königin Elisabeth: „Good Queen Bess“. Dazu gab es immer launige Kommentare der Bandmitglieder wie etwa der, dass sie jetzt „Panama Rag“ spielen und nicht Panama-Paper.

Es war ein lang in Erinnerung bleibender Abend der richtig in die Beine ging, auch wenn nur ein Paar tanzte. Die sechs Musiker boten hochqualitativen Jazz und das mit viel Humor und einer ganz eigenen fast überbordenden Spiellaune. Sie versprachen, wieder nach Neumünster zu kommen.  


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