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Holsteinischer Courier

21. Februar 2017 | 04:25 Uhr

Kinderbuchautor : Fantastische Kinderbuch-Welten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünsteraner Schriftsteller Wolfgang Bellaire (61) ersinnt skurrile Romanwelten mit Robotern, jungen Helden und Katzenmenschen aus

Neumünster | Das mutige Mädchen Hannah Fee versucht, in der Tiefsee den verschwundenen Ozean zu retten. Der zwölfjährige Patrick kommt in Hamburg hinter das Geheimnis der Roboterfamilie „Die Wobotnicks“, und Katzen bevölkern den Planeten wie Menschen: In den Romanen von Wolfgang Bellaire tummeln sich viele fantastische Gestalten. Der 61-Jährige schreibt bereits seit 1985 Kinderbücher; 2008 gründete er den Nordfriesischen Kinderbuchverlag. Jetzt lebt er in der Innenstadt von Neumünster und hat seinen 29. Roman in Arbeit.

Sein Motor ist es, Fantasien aufzuschreiben. „Ich wollte immer schon gerne Geschichten erzählen und endlich mal das machen, was ich als Kind schon machen wollte. Aber erstmal wird man erwachsen und muss sein Leben verdienen“, sagt der gebürtige Westfale, der zunächst als Rechtspfleger in der Justizverwaltung arbeitete, heiratete, eine Tochter bekam und die Schreiberei nebenbei betrieb. Der Schnitt im Leben kam 2000: Er gab den sicheren Job auf, ging 2003 nach privater Trennung nach Nordfriesland: „Schleswig-Holstein war schon immer mein Traumziel.“

An seinem ersten Buch „Die verschwundenen Jahreszeiten“, einem Fantasyroman für Erwachsene, schrieb er drei Jahre. „Schriftsteller ist ein schlecht bezahlter Fulltime-Job“, sagt er lächelnd. Aber das Schreiben war das, was er eigentlich machen wollte; es folgten Bücher Schlag auf Schlag, mit ungewöhnlichen, selbst erfundenen Figuren und Dingen – für Kinder und Jugendliche ab etwa zwölf Jahren. Es gibt lebende Flugzeuge, menschenähnliche Roboter oder eine Stadt unter Wasser.

Als Kind schwärmte Bellaire für Comics von Hansrudi Wäscher, Otfried Preußler („Krabat“) und Michael Ende. Der signierte ihm später ein Buch: „Für das Kind, das er einmal war und hoffentlich immer sein wird.“ Vor drei Jahren zog Bellaire nach Neumünster: „Die Stadt ist strategisch sehr günstig, vorher war ich zu hoch im Norden.“

Wichtig ist ihm auch, dass seine Bücher Botschaften haben – sie handeln von Freundschaften, vermitteln, dass auch aussichtslos erscheinende Situationen gemeinsam mit anderen bewältigt gewendet werden können. Seine neuesten Romane spielen in einer Welt, in der Katzen wie Menschen leben („Mäuse werden wie Hühner auf Farmen gezüchtet“); er nennt sie „politische Katzenkrimis“. Ein erfolgloser Katzendetektiv wird ohne Absicht in politische Verwicklungen hineingezogen. Es wird nicht das letzte Buch sein: „Ich habe noch so viele Ideen.“ www.nordfriesischer-kbv.de

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erstellt am 20.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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