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Holsteinischer Courier

06. Dezember 2016 | 21:50 Uhr

Polizeibericht : Fahrraddiebe haben oft leichtes Spiel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Zahlen gehen zurück, doch viele Räder sind kaum gesichert.

Neumünster | Sie sind oft leichte Beute: Immer wieder verschwinden in Neumünster Fahrräder. Im Jahr 2015 zählten die Ermittler in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 735 Fahrraddiebstähle im gesamten Stadtgebiet. Mit diesem Ergebnis steht Neumünster aber noch vergleichsweise gut da.

Landesweit gilt Neumünster derzeit nicht als Hochburg der Fahrraddiebe. Die schlagen aktuell vermehrt in Raum Kiel, Lübeck oder Pinneberg zu. Und es gibt eine weitere positive Tendenz: Seit 2010, als in der PKS noch 1906 Fahrraddiebstähle vermeldet wurden, sind die Zahlen kontinuierlich zurückgegangen. „Es werden jedes Jahr weniger“, erklärte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Mit dieser Entwicklung liegt Neumünster im Landestrend.

Für das laufende Jahr sehen die Zahlen nicht schlecht aus, wenn es auch immer noch recht viele Fälle sind: Von Januar bis Ende August wurden 929 Fahrraddiebstähle in der Stadt angezeigt (2015 waren es im Vergleichszeitraum 972 Fälle). Mit dem Ergebnis der Polizeilichen Kriminalstatistik sind diese Zahlen jedoch nicht zu vergleichen. Denn in die Jahresbilanz einer PKS fließen ausschließlich die Fälle ein, die nach Abschluss der Ermittlungen am Jahresende tatsächlich übrig bleiben. Von den angezeigten vermissten Rädern tauchen einige nämlich immer wieder auf, weil sie letztlich gar nicht gestohlen wurden. So wird es auch in diesem Jahr sein, was die Zahlen im Endergebnis jedes Jahr deutlich reduziert. „Mancher Anzeigende hat einfach vergessen, wo er sein Rad abgestellt hat. Und es werden auch immer mal Räder von Unbefugten benutzt und wieder zurück gegeben“, so Hinrichs. Die Fälle schlagen in der PKS dann nicht zu Buche.

Warum die Raddiebstähle zurückgehen, ist unklar. Entwarnung kann die Polizei trotzdem nicht geben. Besonders bei größeren Veranstaltungen wie Jahrmarkt oder Holstenköste verschwinden immer wieder Räder. Auch am Bahnhof wird häufiger gestohlen. Doch letztendlich kommen in allen Stadtteilen zu jeder Tageszeit Fahrräder weg – auch aus Garagen und Schuppen.

Nach wie vor beobachtet die Polizei jedoch auch, wie sorglos viele Radler mit ihren zum Teil weit über 1000 Euro teuren Rädern umgehen. Da wird am Schloss gespart und nicht codiert. Gerade die individuelle Nummernkennung ist jedoch beim Auffinden eines gestohlenes Rades wichtig. „Der Code gibt Aufschluss über den Besitzer und kann bundesweit zugeordnet werden“, so der Polizeisprecher. Schwieriger wird es, wenn Banden Räder nach Osteuropa schaffen. Zwar wird mal ein Transporter mit Diebesgut erwischt, doch jenseits der Grenzen bleiben gestohlene Räder in der Regel verschwunden. Doch manches Rad landet auch im An- und Verkauf um die Ecke oder auf dem Flohmarkt. Deshalb schaut die Polizei dort auch gern genauer hin.

>Tipps auf www.polizei-beratung.de.

Standpunkt

Taten anzeigen: Die rückläufigen Zahlen machen Mut. Trotzdem bleibt der Fahrraddiebstahl ein Problem. Und das lässt sich nur lösen, wenn alle an einem Strang ziehen.  Die Polizei kann noch so intensiv ermitteln – wenn Fahrradbesitzer  ihre Räder nicht gut sichern und kennzeichnen, wird es schwierig. Hinderlich  ist auch, dass viele Taten  gar nicht angezeigt werden. Es geht dabei eben nicht nur um ein Sümmchen von der Versicherung.

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 01.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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