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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 13:40 Uhr

Grossübung : „Explosion“ verwüstete Berufsschule

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Technisches Hilfswerk und Malteser Hilfsdienst probten am Sonnabend erstmals gemeinsam den Ernstfall.

Es war nur eine Übung, aber das wussten zunächst nur die Initiatoren: Ein heftiger Knall erschütterte am Sonnabendmittag die Wände der Walther-Lehmkuhl-Schule an der Roonstraße. Schüler hatten im Chemie-Kursus Substanzen gemischt, dabei kam es zu einer heftigen Explosion im Erdgeschoss. In zwei Räumen erlitten viele junge Menschen zum Teil schwerste Verletzungen. Die Räume wurden durch die Wucht der Detonation so stark beschädigt, dass sie einzustürzen drohten. Mit diesen Informationen gab die Leitstelle am Sonnabend um 11.34 Uhr Vollalarm für die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und des Malteser Hilfsdienstes in Neumünster.

Knapp eine halbe Stunde später erreichten die ersten ehrenamtlichen Kräfte den „Unglücksort“, an dem der THW-Ortsbeauftragte Helge Schierhorn und zehn Schauspieler der Realistischen Unfall- und Notfall-Darstellung (RUND) für die erste gemeinsame Großübung bereits warteten.

Den Helfern bot sich ein erschreckend realistisches Bild. Laute Hilfeschreie und klägliches Wimmern, aber auch panisches Kreischen der insgesamt zehn „Verletzten“ drangen aus den betroffenen Räumen. Zwischen umgestürzten Bänken und Tischen lagen junge Frauen und Männer mit erstaunlich echt geschminkten Wunden. Doch bevor die Sanitäter zu ihnen n vordringen konnten, mussten die einsturzgefährdeten Räume abgesichert werden. Dabei änderte Helge Schierhorn immer wieder spontan die Lage. Eine THW-Helferin kippte plötzlich um, weil sie meinte, Gasgeruch wahrgenommen zu haben. Nachdem sie versorgt war, musste die Bergung der „Verletzten“ zunächst warten. Ein Erkundungstrupp überprüfte, ob tatsächlich Gas ausgetreten war, was sich aber als Fehlmeldung herausstellte. Als die ersten Retter danach zu den jungen Leuten in den Klassenräumen kamen, wurden einige bewusstlos, zudem drohte eine Stütze der Räume wegzubrechen. „Wir müssen im Ernstfall auf jede Situation vorbereitet sein. Daher ist es wichtig, solche Szenarien zu proben“, erklärte Helge Schierhorn, der als einer von wenigen Verantwortlichen von der Großübung wusste. Unterdessen füllte sich der Schulhof mit immer mehr Fahrzeugen und Helfern, die vom gemütlichen Mittag, der Gartenarbeit oder vom Familienausflug kamen. Von den insgesamt 77 THW-Helfern des Ortsverbandes Neumünster waren über 20 im Einsatz. 14 Sanitäter der Malteser bauten ein Zelt als „Patientenablage“ auf. Von hier aus wurden die „Verletzten“ in Krankenwagen verladen und zum THW-Stützpunkt an die Niebüller Straße gefahren, wo die Übung nach gut drei Stunden mit einer Abschluss-Besprechung endete.

Ein besonderer Dank galt der RUND-Gruppe der Malteser. „Wir bieten unsere Dienste jeder Feuerwehr und Hilfsorganisation für Übungen an, damit die Situation so echt wie möglich dargestellt werden kann“, erklärte eine Sprecherin.

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erstellt am 09.Mai.2016 | 08:30 Uhr

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