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25. Oktober 2014 | 11:29 Uhr

Ex-SPD-Abgeordneter Michael Bürsch starb mit 70 Jahren

vom

Neumünster | Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Bürsch ist tot. Er starb im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit in Berlin.

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Bürsch, geboren 1942 in Stettin, studierte in Kiel Jura - gemeinsam mit seinem Parteifreund Norbert Gansel. Er wechselte 1975 in die Ministerialverwaltung des Bundes, war bei der deutschen UN-Vertretung in New York beschäftigt und von 1984 bis 1989 Mitarbeiter des Ex-Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Den Wahlkreis Neumünster/Plön übernahm er von Horst Jungmann, aber als Direktkandidat konnte er sich zunächst nicht durchsetzen. Am 17. Juni 1997 schaffte er schließlich als Nachrücker doch den Sprung ins Parlament - ausgerechnet für seinen Freund Gansel, der als Oberbürgermeister nach Kiel wechselte.

Bis 2009 blieb er Mitglied des Bundestages. Michael Bürsch war jahrelang Vorsitzender der Enquête-Kommission Bürgerschaftliches Engagement. Dieses Thema beschäftigte den Politiker, der mit einer Arbeit über die "Kleinstaatliche Verfassung zwischen Vormärz und Reaktion 1849 bis 1852" promoviert hatte, immer wieder. Bürgerrechte und Ehrenamt, Integration und Staatsangehörigkeit - hier sah Bürsch den Schwerpunkt seiner Arbeit.

Zum Mitmachen, zur Teilhabe am öffentlichen Leben gehört jedoch Bildung. Früh schon hat Michael Bürsch in Kooperation mit der Körber-Stiftung die Initiative "Deutschland liest vor" ins Leben gerufen. Regelmäßig kam er nach Neumünster, um in Kindergärten und Schulen den Nachwuchs mit der Welt der Bücher vertraut zu machen.

Im Juni 2008 hatte Michael Bürsch angekündigt, nicht zum fünften Male für den Bundestag zu kandidieren. "Die Zeit eines Abgeordneten sollte begrenzt sein", erklärte er. Birgit Malecha-Nissen setzte sich im Rennen um die Direktkandidatur durch. Sie tritt auch im September 2013 wieder für die SPD an.

Auch nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag beschäftigte sich Bürsch mit der "Zivilgesellschaft". Als Dozent lehrte er an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, er gehörte zu den Mitbegründern des CCCD, das sich als Denk- und Kompetenzzentrum für bürgerschaftliches Engagement versteht.

Michael Bürsch hinterlässt seine Ehefrau und einen Sohn. Er wird im engsten Familienkreis in Berlin beigesetzt.

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erstellt am 17.Dez.2012 | 03:59 Uhr

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