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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 05:21 Uhr

Abschied : „Es war eine Freude, für ihn und mit ihm zu arbeiten“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Günter Humpe-Waßmuth geht nach 20 Jahren in den Ruhestand. Seine Verabschiedung hat ihm selbst und den Gästen gefallen.

Neumünster | Auf Verabschiedungen wird natürlich selten schlecht über die Hauptperson gesprochen. Aber Günter Humpe-Waßmuth (65) wurde ganz besonders warmherzig und mit sehr viel Lob überschüttet, als er am Dienstagabend im Textilmuseum in der ersten Reihe saß. Am 31. Mai wird er auf den Tag genau 20 Jahre als Stadtrat in Neumünster gewirkt haben, und am 1. Juni ist er dann Pensionär.

Drei Wünsche habe er für den Abschied geäußert, verriet Johanna Göb, Leiterin des Kulturbüros und Moderatorin des Abends. Nämlich: 1. Keine Geschenke. 2. Keine langen Reden. 3. Bitte viel Kultur. Ein paar Geschenke erhielt er natürlich trotzdem, aber ansonsten wurden Humpe-Waßmuths Bitten erfüllt. Besonders freute er sich über eine Bemerkung von Johanna Göb, die offenbar im Namen ihrer Kollegen sprach: „Es war eine Freude, für Sie und mit Ihnen zu arbeiten. Auf diesen Chef war immer Verlass.“

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras ließ die 20 Jahre im Rathaus Revue passieren und zählte einige der großen Projekte auf, die Sozialdemokrat Humpe-Waßmuth regelte: diverse Schul- und Kita-Bauten, der FEK-Neubau, die Betreuung der Unter-Dreijährigen, Jugendberufsagentur, Kunstflecken, Stadttöpferei und besonders das Museum Tuch+Technik. Und Tauras fand auch ein paar persönliche Worte. „Ich bedanke mich für die tolle und loyale Zusammenarbeit. Sie waren mir stets ein guter Ratgeber und Stellvertreter.“ Dabei dürfe man nicht vergessen, dass sie 2009 noch miteinander um das Amt des OB konkurriert hätten.

Für die Ratsversammlung sprach Uwe Döring (SPD), ein langjähriger Weggefährte und Freund. Aus 38 Bewerbungen für den Posten des Sozialdezernenten habe die SPD 1996 Humpe-Waßmuth ausgewählt, den damaligen Leiter des Jugendamtes Duisburg. Die Entscheidung sei goldrichtig gewesen. „Du bist unverwechselbar, kompetent, lernwillig, ruhig, konsensorientiert und arbeitest nach dem ,Palaver-Prinzip’: Du lässt so lange reden und diskutieren, bis alle einig sind, sei es aus Überzeugung oder vor Erschöpfung.“

Döring lobte auch Humpes klares Engagement als Ordnungsdezernent beim „Club 88“ oder in der Rocker-Frage. „Ich stelle für die Ratsversammlung fest: Günter Humpe-Waßmuth hat sich um Neumünster verdient gemacht.“

Humpe bedankte sich gerührt und meinte, diese Verabschiedung habe ihm gefallen. Er habe „gute, kluge und zupackende Mitarbeiter“ gehabt und im Verwaltungsvorstand ein vertrauensvolles Verhältnis genossen. An die Ratsversammlung adressierte er einen Dank, aber auch eine kleine Mahnung: „Die Verwaltung steht zu oft im Verdacht, die Politik hinterlaufen zu wollen. Mitarbeiter fühlen sich manchmal in die falsche Ecke gestellt. Lob ist ein guter Motivator.“

Auch als Pensionär will Humpe-Waßmuth (mit seiner Frau Hilke) in Neumünster bleiben. Seit Monaten bekommt er Anfragen, ob er sich nicht hier oder dort engagieren möchte, aber noch wartet er ein bisschen ab. Im Aufsichtsrat und als Patienten-Ombudsmann im FEK hat er allerdings schon zwei Ämter.

Zu seinem Nachfolger hat die Ratsversammlung, wie berichtet, Carsten Hillgruber (49) gewählt. Bis der im Herbst die Stelle im Rathaus antritt, übernimmt OB Tauras die Bereiche des Ersten Stadtrats in der Stadtverwaltung.

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erstellt am 12.Mai.2016 | 08:15 Uhr

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