zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 19:33 Uhr

Heimatbund : Erwachsene lauschten einer spannenden Märchenstunde

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ute Reinhardt und Christel Bendfeldt lasen in der Galerie der Stadthalle vor einem interessierten Publikum.

Neumünster | Märchen sind mitunter grausam und brutal, Augen werden ausgestochen, Gliedmaßen abgetrennt, und Kinder werden verstoßen. Trotzdem faszinieren Märchen Groß und Klein seit Jahrhunderten, denn das Gute und Lichte gewinnt, und der Held ist am Ende gereift. Zu einem besonderen Erlebnis werden Märchen, wenn sie – wie früher üblich – mündlich vorgetragen werden. Das hat sich auch der Ortsverein Neumünster des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB) gedacht und am Montagabend zu einer gemütlichen Märchenstunde für Erwachsene in die Galerie der Stadthalle geladen.

„Wir wollen, dass Sie sich entspannt zurück lehnen und die Märchen genießen können“, erklärte der erste Vorsitzende Jens Kay. Als Vorleser konnte er mit Ute Reinhardt und Christel Bendfeldt zwei Profis gewinnen, denn die Frauen lesen regelmäßig für die Vorleseinitiative der Diakonie Altholstein, die Neumünsteraner Leselust „Nele“.

„Wir haben Märchen von unseren Nachbarn aus dem Baltikum mitgebracht“, sagte Ute Reinhardt. 35 Besucher lauschten versonnen oder schmunzelten, als die beiden Frauen abwechselnd fantastische Geschichten von Dümmlingen und Streithähnen, bösen Menschen und Tieren vortrugen.

„Mir gefallen gleichnishafte Märchen, die eine Lebensdeutung in sich tragen. Daher sind sie auch gut für Erwachsene geeignet“, meinte Christel Bendfeldt. Wenn sie vorliest, ist es ihr wichtig, die Zuhörer zu erreichen: „Ich möchte lebendig und mit Ausdruck lesen.“

Die Besucherin Ulla Kay hatte ihr Strickzeug mitgebracht, lauschte den wohlklingenden Stimmen der Frauen und ließ dabei die Nadeln klappern. „Ich höre und lese Märchen sehr gerne. Die Fantasiewelten faszinieren mich, und die Sprache ist mitunter sehr reizvoll“, meinte die Frau des Vorsitzenden vom SHHB.

Ute Reinhardt fasste als Exkurs die besonders in den 80er-Jahren geführte Debatte um die Eignung von Märchen für Kinder auf. Sie selbst hat dazu eine klare Meinung: „Märchen sind gut für Kinder. Sie vermitteln ein moralisches Grundwissen. Ängste der Kinder werden aufgegriffen, der Held durchsteht die Situation, findet eine neue Lebensstufe und wird am Ende belohnt.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen