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Holsteinischer Courier

06. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

Selbstverteidigung für Kinder : Erste Tricks für brenzlige Situationen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Ferienspaß-Aktion „Selbstbehauptung für Kinder“ lernen die Mädchen und Jungen, wie sie mit Problemen klar kommen

Neumünster | „Die beste Selbstverteidigung ist Weglaufen  – und deswegen spielen wir jetzt ein Spiel, in dem wir das üben können“, erklärt Bennet Koll (23) den neun Kindern, die bei der Ferienspaß-Aktion „Selbstbehauptung für Kinder“ im Nio-Zentrum  am Großflecken teilnahmen.   In mehreren Lehrgängen zeigte er den Kleinen, wie sie sich in brenzligen Situationen richtig verhalten.

Bennet Koll studiert Sport und Pädagogik in Kiel. „Die Kinder lernen  Deeskalationstechniken, verbale und körperliche Selbstverteidigung und schwierige Situationen zu umgehen“, sagt er. Dabei gibt es zwei Schwerpunkte:  Probleme auf dem Schulweg, wenn man Älteren begegnet, und Probleme in der Schule, wenn es um Gleichaltrige  und Mobbing geht.

Meistens kamen die Eltern auf die Idee, ihre Kinder für den Kursus  anzumelden.  Joanna Gonswa hat ihre  Tochter Julia (6)  hingeschickt: „Sie soll selbstbewusster  werden und sich selbst verteidigen können, falls es mal nötig ist“, sagt sie. Den Kindern bringe es  Spaß, und einige  belegten die Kurse sogar mehrfach.  „Ich wusste, dass das gut ist , und wollte hier gerne mitmachen“, sagt Samara (6), eine Teilnehmerin.

Sechs Termine gibt es für den Ferienspaß. „Das ist eine Art Schnupperkursus. Der richtige Lehrgang  geht ein halbes Jahr lang. Das, was wir hier üben, sollen die Kinder natürlich im besten Fall direkt anwenden. Dann können sie selber erleben, was passiert, wenn man in Situationen, in denen andere laut werden, cool bleibt. Jeder behauptet sich selbst. Wir wollen den Kindern eine Idee der richtigen Selbstbehauptung vermitteln“, sagt Timo Zarpe, Sportwissenschaftler und Trainer im Nio-Zentrum. Ihm ist besonders wichtig, dass die Kinder spielerisch lernen, Spaß an dem Kursus  haben und nicht nur die Theorie vermittelt bekommen. Darum werden viele Spiele gespielt. Und die Einheiten, bei denen die Kinder  zuhören müssen, sind nicht allzu lang.  Bennet Koll  erklärt ihnen dann einen Griff, den sie  miteinander üben.

  Wer im   Kursus  stört, bekommt  eine Verwarnung. Bei weiteren Verstößen  wird der Störenfried in die Auszeit geschickt, wo er  still sitzen muss. „Das ist ein Aspekt des Motivationssystems. Die Kinder kennen die Regeln und können selber entscheiden, ob sie sich daran  halten wollen oder nicht. Wenn sie es nicht tun, müssen sie mit den Konsequenzen klarkommen“, sagt Zarpe.

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erstellt am 26.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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