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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 22:53 Uhr

Brügge : Erlebnis-Krippe soll wachsen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heute war die neue Krippe in der St. Johannis-Kirche erstmals zu sehen. Anfassen erwünscht.

Brügge | Als heute Brügges Bürger zum Adventsgottesdienst in ihre Kirche gingen, gab es etwas Neues: Eine riesige, wunderschöne neue Holzkrippe prangt in der Mitte des Altarraums. Und das Beste ist: Das Kunstwerk ist nicht nur zum Bewundern da, sondern darf bestiegen und befühlt werden.

„Es ist mein ausdrücklicher Wunsch, dass die Besucher das Holz anfassen, die Formen spüren und so eine Verbindung aufbauen“, erklärte der Künstler Marcus Meyer (50) die Idee seiner Erlebnis-Krippe. Das Kunstwerk besteht aus drei Etagen, die sich um das Taufbecken herum aufbauen. Das Podest ist etwa sechseinhalb Quadratmeter groß und lädt zum Begehen ein. „Es soll eine stilisierte Felsenlandschaft darstellen“, erklärte der Künstler. In der Mitte befindet sich wie in einer Höhle der Tierstall samt Ochs, Esel und Futterkrippe, in der Maria und Josef ihr Kind betten. „Die Krippe soll beständig wachsen, so dass die Besucher an jedem Sonntag etwas Neues zu entdecken haben“, sagte Marcus Meyer. Insgesamt 23 Objekte sind bisher geplant, einschließlich eines 80 Zentimeter großen Engels, der mittig obenauf thronen wird. „Spätestens zum Heiligen Abend ist er da“, versprach der Künstler.

„Wir sind hellauf begeistert“, meinte Heide Pohlmeyer, als sie während des Aufbaus in die Sankt Johanniskirche kam. Sie hat zusammen mit Hannelore Zielke das Projekt einer neuen Krippe angestoßen. „Beim Einpacken der alten Krippe in diesem Frühjahr ist mir aufgefallen, wie lädiert sie eigentlich ist“, meinte die Kirchengemeinderätin. Die beiden Frauen haben für Spenden geworben und die erstaunliche Summe von etwa 19 000 Euro zusammen bekommen. Zwei Kubikmeter Holz hat Marcus Meyer in seiner Kieler Werkstatt mit Motorsäge, Fräse und Schleifpapier bearbeitet. Er hat sich bewusst für Esche entschieden und das  Holz nach den schönsten Maserungen ausgewählt. „Die Esche ist in der Keltischen Mythologie der Lebensbaum. Nimmt man das Material zusammen mit der Darstellung der Christgeburt, so ergibt sich eine universale Bedeutung“, erklärte der Künstler.

Für die handschmeichelglatten Figuren hat Marcus Meyer verschieden farbige Hölzer ausgewählt. Es werden noch Paten gesucht für die Reittiere der Heiligen drei Könige und den Ochsen. „Es wird auch kleine Überraschungen geben, die man üblicherweise in einer Weihnachtskrippe nicht findet“, verriet Brügges Pastor Henry Koop. So habe sich etwa eine Familie eine Holzkatze gewünscht, weil sie die auch immer in ihrer heimischen Krippe habe. 

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