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Holsteinischer Courier

30. August 2016 | 15:07 Uhr

SWN-Symposium : Energiewende – die einfache Lösung gibt es nicht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft diskutierten über den richtigen Weg zur Abkehr von der Atomkraft

Können wir uns die Energiewende eigentlich noch leisten? Das war jetzt die zentrale Frage des Energiewende-Symposiums der Stadtwerke. Gut 80 Interessierte aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft folgten der Einladung der SWN zur Informationsveranstaltung und Podiumsdiskussion ins Hotel „Altes Stahlwerk“.

Sechs Vertreter aus Wissenschaft, Medien, Kirche und Wirtschaft, waren zum Thema „Die Energiewende zwischen Einbruch und Aufbruch“ eingeladen. SWN-Geschäftsführer Matthias Trunk betonte zu Beginn, dass die Stadtwerke die Energiewende vor Ort mitgestalten wollen. Dazu gehöre auch, mit den Bürgern in den Dialog zu gehen.

Der Autor und Publizist Dr. Hajo Schumacher führte als Moderator durch die Veranstaltung. „Die einfache Lösung gibt es nicht“, so Schumacher, der das Publikum mit seiner schlagfertigen, launigen Art begeisterte.

Der Unternehmer Reinhold von Eben-Worlée, Vizepräsident des Unternehmensverbandes Nord, befürchtet, dass eine große Zahl deutscher Unternehmen ins Ausland abwandert, wenn sich die Strompreise in absehbarer Zeit nicht ändern.

Dr. Christian Growitsch vom Energiewirtschaftlichen Institut der Universität Köln gab zu bedenken, dass die Energiewende nicht ohne die europäischen Nachbarn funktionieren könne. Schon jetzt dienten die Stromnetze der Nachbarstaaten als Puffer für das deutsche Netz. Aufgrund der stark schwankenden Strommengen im Netz würden günstige und einfach zu regelnde Grundlast-Kraftwerke benötigt. Growitsch forderte, die Regulierung des Marktes im Bereich der Energieerzeugung aufzugeben, auf Subventionen zu verzichten und stattdessen auf die Marktwirtschaft zu vertrauen.

Damian Ludewig vom Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft in Berlin wies darauf hin, dass bei der Energiewende zu wenig über Wärme, Verkehr und über Energieeffizienz gesprochen werde. So seien die Heizöl- und Erdgaspreise prozentual in den letzten Jahren wesentlich stärker angestiegen als der Strompreis. Er vertraue darauf, dass ein hoher Strompreis zu intelligenten Stromeinsparungen und zu einem technischen Fortschritt führen werde.

Ulrich Kaufmann, Klimaschutzbeauftragter der Nordkirche sagte, dass für die Kirche die Bewahrung der Schöpfung der Grund für ihr großes Engagement im Bereich des Klimaschutzes sei. Am Ende stellten die Redner als Minimalkonsens heraus, dass Klimaschutz und Energiewende nur mit Hilfe der besten zur Verfügung stehenden Technologien zu realisieren sind.

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erstellt am 26.Nov.2013 | 08:00 Uhr

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