zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 21:48 Uhr

Fehlende Mitspieler : Einfelder Speeldeel steht auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach über 60 Jahren bricht wegen der dünnen Spielerdecke das aktuelle Stück weg.

Neumünster | Droht nach mehr als 60 Jahren einer traditionellen Theatergruppe das Aus? Bei den Mitspielern der Einfelder Speeldeel herrscht Alarmstimmung. Die seit 1954 existierende Truppe aus Theater-Laien musste in diesem Jahr wegen der dünnen Spielerdecke ihr geplantes Stück ausfallen lassen. Es steht auf der Kippe. „Wenn nich noch een poor Fruuns un Kerls denn Moot hebbt, üm bi uns Theoter to speelen, seh ick swart för de Opföhrung in März 2017“, sagt Speeldeel-Leiterin Anja Kröger.

Einige langjährige Mitspieler hatten sich aus privaten und beruflichen Gründen entschlossen, eine Pause einzulegen. Daher konnte kein neues Theaterstück besetzt werden. Nach den Aufführungen wären zwar immer mal wieder Zuschauer neu eingestiegen, aber „leider hielt dieser Enthusiasmus oft nicht mal bis zum ersten Treffen danach an“, sagt Erich Kröger, aktueller Regisseur der Speeldeel.

Mit der Boostedter Speeldeel gab es Gespräche über eine Zusammenarbeit, aber eine gemeinsame Linie wurde bislang noch nicht gefunden. „Es sollte doch möglich sein, im Großraum Neumünster junge und ältere Frauen und Männer zu finden, die Spaß am plattdeutschen Theater haben“, sagt Erich Kröger, der noch heute von vergangenen Stücken schwärmt, die von Hans Münz von der Niederdeutschen Bühne inszeniert wurden. Münz hatte der Gruppe Ende der 1980er-Jahre, als der Erfolg ausblieb, seine Hilfe als Regisseur angeboten. „Ji sünd viellicht goode Speelers“, sagte er zu Beginn, „aver Theoterspeelen is’n Mannschaftssport un keen Eenzeldorstellung!“ Bereits nach der zweiten Aufführung unter seiner Leitung, mit „Fischerstraat 15“, kamen die Zuschauer in Scharen. „Müggensack sien Venus“ und „Dat Doktorbook“ hießen weitere Stücke.

Vor zwei Jahren übernahm Anja Kröger die Gruppe von ihrer Mutter Inge, die über 25 Jahre die Leitung machte. Dabei hatte sie immer ein gutes Händchen. „Mien Vadder Alfred Schrum wer meist vun Anfang an mit dorbi wesen un hett mi de Leev för dat Theoterspeel un de plattdütsche Sprook mitgeeven“, sagte sie. „Nix is finer, wenn de Tokiekers jümmers wedder klatschen und trampeln dot un de Vörhang veer orer fief Mol op mokt warn mutt!“ Die Stücke kommen seit Jahren so gut an, dass in Einfeld im Humboldt-Gymnasium sieben Aufführungen und im Gasthof Klint in Heidmühlen zwei gegeben werden. Gleichzeitig werde die plattdeutsche Sprache gepflegt: „Im Plattdeutschen kann man vieles viel humoriger ausdrücken als im Hochdeutschen“, sagt sie.

Wer mitmachen möchte, muss nicht unbedingt plattdeutsch sprechen: „Wir bringen das den Neuen beim Üben bei“, sagt Anja Kröger. Einmal im Monat treffen sich die Aktiven, um den Kontakt in der theaterfreien Zeit zu pflegen. Mit dem Verteilen der Rollenbücher im September geht es dann ab Oktober mit dem Lesen der Rollen los. Geübt wird zwei Mal pro Woche, später auch mal ein Wochenende.

Wer mitmachen möchte, meldet sich bei Anja Kröger unter Tel. 04320/ 59 96 36 oder übers Internet (www.plattdütschgilltoeinfeld.de).

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 27.Okt.2016 | 07:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen