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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 09:00 Uhr

Stadtteilbücherei : Einfeld: Bücherei beklagt Platznot

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Förderverein der Stadtteilbücherei kritisiert die neue Raumverteilung / Die Stadt verweist auf Brandschutz und Schulbaurecht

Neumünster | Seit den Sommerferien tut sich etwas in der alten Dorfschule Einfeld: Für 360  000 Euro wird das Gebäude saniert und umgebaut. Neben der betreuten Grundschule Einfeld und Hortkindern bleibt auch die Stadtteilbücherei Einfeld dort angesiedelt. Doch der Teufel steckt im Detail: Claudia Toppe, Vorsitzende des Trägervereins, kritisiert: „Die Raumverteilung ist an uns vorbeigegangen. Mit einem großen Ex-Klassenraum im ersten Stockwerk wären alle unsere Probleme gelöst gewesen. Das hat der Fachdienst Schule, Kultur und Sport aber anders entschieden, ohne unseren Bedarf zu berücksichtigen.“

Sie stellt klar: „Damit uns niemand falsch versteht – wir freuen uns sehr, dass unsere Bücherei saniert wird, eine neue Elektrik bekommt. Es gab Stromleitungen, die waren gefährlich, es wurde höchste Zeit.“

Der Plan sieht so aus: Die Bücherei bleibt im Erdgeschoss, bekommt eine Teeküche und ein Besucher-WC. Der umfangreiche Fundus verteilt sich in Zukunft auf drei Standorte im Haus. „Das ist zu klein, das hätte vermieden werden können. Wenn wir einen Raum bekommen hätten, wären auch weniger Kosten entstanden“, sagt Claudia Toppe. Im Erdgeschoss entsteht – durch Halbierung des Eingangsbereichs – eine Lagerfläche neben der Treppe für Podeste. Im ersten Stockwerk behält die Bücherei die „Besenkammer“. Die zwei ehemaligen Klassenräume gehen an die Betreute Grundschule und die Hortkinder. Im Dachgeschoss wird eine Wohnung aus statischen Gründen stillgelegt. Der Bücherei werden dort zwei Nebenräume zugewiesen, die nur über eine schmale Treppe zugänglich sind und daher nicht dauerhaft von Menschen genutzt werden dürfen. An der Zugangstür hängt das Schild „Rumpelkammer“. „Das stammt noch von 1907“, sagt Claudia Toppe sarkastisch. Einer der Räume hat Dachschrägen: „Da kriegen wir unsere Regale nicht unter. Wir müssen aber unsere Flohmarktbücher und unseren großen Fundus mit vielen Deko-Gegenständen unterbringen. Bisher haben wir alles Mögliche bei uns privat gelagert, 23 Jahre lang, in denen wir ehrenamtlich, kostenlos, engagiert und hochprofessionell erfolgreich gearbeitet haben bei vielen Projekten, allen voran das Literaturcafé und das Seeträume-Festival“, sagt sie.

Eher praktische Kritik übt die Vereinsvorsitzende daran, dass sie keinen Teppichboden für die Bücherei erhält, sondern Linoleum. Das sei aber zu kalt für Kita-Kinder.

Berthold Heitker, Arbeitsgruppenleiter Zentrale Gebäudewirtschaft, erklärt die Pläne der Stadt. „Das Gebäude muss auf den neuen Stand in punkto Brandschutz gebracht werden. Das bedeutet neben der Elektrik auch zwei Rettungswege pro Raum. Wir müssen uns im Rahmen des Baurechts bewegen, denn wenn in einem Haus Schulkinder untergebracht sind, unterliegt das gesamte Gebäude den Schulbaurichtlinien.“ Es habe viele Gespräche dazu gegeben, „auch mit Frau Toppe und vielen anderen Beteiligten“.

Claudia Toppe lädt die Vereinsmitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung am Mittwoch, 7. September, um 20 Uhr mit Besichtigung ein (Anmeldung: Tel. 1 38 36).

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erstellt am 30.Aug.2016 | 07:30 Uhr

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