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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 05:11 Uhr

Einzelhandel : Eine Richtschnur für den Handel in der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dortmunder Planungsbüro stellte Eckdaten des neuen Einzelhandelskonzeptes vor

Neumünster | Wie geht es weiter in der Einkaufsstadt Neumünster? – Seit 2008 wird die Neuansiedlung von Geschäften in der Stadt gezielt durch eine selbst auferlegte Richtschnur geregelt, das so genannte Einzelhandels- und Zentrenkonzept (EHZK). Eine aktualisierte Fassung stellte Stefan Kruse vom Planungsbüro Junker & Kruse jetzt vor 40 Gästen im Restaurant der Holstenhallen vor.

Ziel des Konzepts ist es vor allem, die Innenstadt als zentrales Einkaufszentrum vor einer Kannibalisierung durch die mitunter erdrückende Konkurrenz von der „grünen Wiese“ zu verhindern. Das Konzept war seinerzeit Bedingung der Kieler Landesplanung für die Ansiedlung des einzigen Outlet-Centers im Lande in Neumünster.

Nicht zuletzt die Eröffnung der Holsten-Galerie mache aber eine Aktualisierung dringend erforderlich, stellte die Stadtplanung gleich zu Beginn der Bürgerinformation heraus. Die Neufassung durchläuft derzeit die politischen Gremien, und auch die Stadtteilbeiräte sollen erneut Stellung beziehen.

Stefan Kruse stellte der Stadt in seiner gut zweistündigen Analyse unter dem Strich gute Noten aus: Neumünster komme seiner Funktion als Oberzentrum nach, der Einzelhandel habe eine gute Strahlkraft in die Region, sagte der Experte. In den Nahversorgungszentren Gadeland, Böcklersiedlung, Wittorf, Tungendorf, Einfeld und Gartenstadt müsse das Ziel auch in Hinblick auf den demografischen Wandel eine fußläufige Versorgung sein. Sonderstandorte wie das A+B- Center sollten nicht ausgeweitet werden, da sie die Ansiedlung von Einzelhändlern, etwa in der Gartenstadt, verhindern. „Sie haben sich viele Sonderstandorte gegönnt“, wandte sich Kruse an die Besucher. „Weiterentwicklungen auf der grünen Wiese gefährden aber das Zentrum“, warnte er. Die Innenstadt sei für die Stadtplaner die „Visitenkarte einer Stadt“ und müsse deshalb im Fokus stehen. „Zentrenrelevante Sortimente“ gehörten daher in die Innenstadt.

Ob es Steuerungsinstrumente gebe, um inhabergeführte Geschäfte in der Innenstadt zu unterstützen, wollte ein Besucher in der anschließenden Diskussion wissen. Die Antwort des Experten war eher ernüchternd: „Perlen kann man nicht über Steuerung erzeugen“, sagte Kruse. Der Kunde wolle alles in der Stadt, auch die Discounter.

Bestätigung kam von Ute Spieler, Leiterin der Stadtplanung: „Die Bürger wollen eine lebendige Stadt, fahren dann aber doch oft lieber nach Kiel“, beklagte die Stadtplanerin. Im Zentrum seien meist die höheren Mieten zu zahlen, aber die könnten sich oft nur die großen Handelsketten leisten. „Es wird schwer sein, die Innenstadt zu vitalisieren“, sagte auch Nortex-Geschäftsführerin Ingrid Först.

Vom 13. Juni bis zum 22. Juli wird das Konzept im Stadthaus an der Brachenfelder Straße 1-3 öffentlich ausgelegt. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Stadt: www.neumuenster.de unter Planen/Bauen/Wohnen.

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erstellt am 10.Jun.2016 | 12:00 Uhr

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