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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 08:03 Uhr

Holstenhallen : Eine kleine THW-Stadt entsteht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Aufbau für das 16. Bundesjugendlager hat begonnen / 4000 Teilnehmer werden erwartet / Versorgung auf dem Gelände ist autark

Neumünster | Nein, die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) befürchten keine Flutkatastrophe. Doch wenn man zurzeit auf dem Gelände der Holstenhallen herumschaut, liegen überall weiße Sandsäcke – Tausende. „Dazwischen sind die Wasserleitungen, wie in einem Sandwich. Die Säcke sollen die Schläuche vor Sonneneinstrahlung schützen“, erklärt Oliver Tiedemann (45). Er ist der Einsatzleiter für den Aufbau der kleinen THW-Stadt, in der vom 3. bis zum 10. August 4000 Teilnehmer des 16. THW-Bundesjugendlagers untergebracht und verpflegt werden.

Wasser- und Stromleitungen legen, Kopierer und Büromaterial in Halle 5, ein Kino in den Auktionsring, eine Bühne sowie Tische und Stühle in Halle 1, in der bis zu 1400 Menschen auf einmal verpflegt werden sollen – bis zu 160 Helfer schleppen, montieren und bauen alles nach einem festen Plan auf. In einem Teil der Halle 5 werden große Duschgänge eingerichtet – mit Sandsäcken als Begrenzung. „Wir haben insgesamt 6000 Sandsäcke, davon 4000 als Reserve für Unwetterlagen“, sagt Tiedemann und spricht bei solchen Dimensionen durchaus von einem „Mammutprojekt“.

Insgesamt sind es 18 WC-Container, vier Duschcontainer sowie Zelte. 42 stehen schon auf dem hinteren Gelände Richtung Kleingartenkolonie für die Helfer bereit; auf dem Messegelände wird für alle Teilnehmer eine Zeltstadt entstehen. Und wenn 4000 Teilnehmer plus 500 Begleiter sowie Hunderte schwerer und kleinerer Fahrzeuge, Privatwagen und Busse mehr oder weniger auf einmal anrücken, muss das straff geregelt werden. Dafür gibt es klare hierarchische Strukturen und Aufgabenverteilungen – so, als ob alle THW-Leute inmitten einer Katastrophe agieren würden. Für das Aufbauprojekt arbeiten die zwei Landesverbände Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern/Hamburg und Bremen/Niedersachsen zusammen – eine Kooperation, die nach Großeinsätzen immer wieder geübt wird.

Die Einsatzleitung sitzt in einem Extra-Container hinter Halle 5; Tiedemann hat ein festes, 20-köpfiges Team, das zuständig ist für Infrastruktur, Zeltlager und Logistik. Ein halbes Jahr lief die Vorbereitung, es gab Telefonkonferenzen und drei Vorbereitungstreffen vor Ort. Im Container der Einsatzleitstelle hängen Lagepläne sowie eine Luftansicht der Holstenhallen mit eingezeichneten Standorten der Stationen. Auf einem Bildschirm ist eine Live-Ansicht des Geländes von oben. „Die kommt von einer so genannten Dohmkamera in 41 Meter Höhe, die auf einem von uns aufgestellten Mast filmt“, erklärt Tiedemann.

Die Logistik betrifft beispielsweise die Fahrzeuge: 300 passen auf die Holstenhallen-Parkplätze, weitere Standorte sind in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne und auf dem Bahngelände. Wer auf das Holstenhallen-Gelände darf, wird auf Treffpunkten wie in Brokenlande geklärt – mit farbigen Karten. „Wer keine Karte hat, kommt nicht rein“, erklärt Tiedemann. Am Meldepunkt an der Einfahrt zum Holstenhallen-Gelände sitzt ein Team, das jeden notiert.

Und wenn alle da sind, kommt die nächste Bewährungsprobe – für die Holstenhallen-Gastronomie. Wenn Tausende Portionen Chili con Carne serviert werden sollen, geht die Hackfleischmenge schon mal in den Tonnenbereich...

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erstellt am 27.Jul.2016 | 08:15 Uhr

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