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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

THW-Bundesjugendlager : Eine ganze Halle als Dusche

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Wasserverbrauch auf dem Gelände der Holstenhallen ist groß, die Hygienemaßnahmen sind aufwändig.

Neumünster | In ihr traten schon Sänger auf, wurden Oldtimer bestaunt, Baumaschinen präsentiert und Pferde geritten: Als riesige Duschanlage, aber mit Bauzäunen und Planen getrennt nach Frauen- und Männerbereich, feiert die 2012 fertig gestellte Holstenhalle 5 dieser Tage Premiere.

Beim 16. Bundesjugendlager des Technischen Hilfswerks ist auf dem Messegelände an der Justus-von-Liebig-Straße eben nichts mehr so, wie es sonst ist. Nur eines ist nach Auskunft von Ralf Bohmbach vom THW-Ortsverband Norderstedt sicher: Die Qualität des Wassers. Die Probleme der Stadtwerke mit Keimen im Wasser betreffen die Helfer nicht.

Bohmbach aus der Abteilung Infrastruktur ist quasi der Mann fürs Wasser beim Bundesjugendlager. Egal, ob sich die Jugendlichen und Betreuer morgens frisch machen wollen, mittags eine Abkühlung suchen oder abends nach einem ereignisreichen Tag ausgiebig duschen wollen, sie bekommen immer kontrolliertes, zwischen 32 und 33 Grad warmes Nass aus dem Hahn – an den 192 mobilen Duschen für die Jugendlichen und Betreuer und den 40 weiteren für das Führungspersonal ebenso wie an den langen Waschtischen in der Halle 5. Es ist penibel kontrolliert und besonders aufbereitet.

„Wir zapfen über drei zuvor intensiv gespülte Hydranten auf dem Gelände Trinkwasser der Stadtwerke ab“, erklärt Bohmbach. Rund 60  000 Liter kommen pro Tag zusammen, wohlgemerkt alleine fürs Duschen und Waschen sowie für den Abwasch von Geschirr und eine kleinere Sanitäranlage. Nicht mit eingerechnet ist der Wasserverbrauch für die Toiletten und die Küche. Beides läuft über die Holstenhallen und damit über den ganz normalen Wasserkreislauf.

Gleich hinter den Hydranten sind mobile Chlorstationen aufgebaut. Hier wird vollautomatisch 0,2 Milligramm Chlor je Liter eingespeist. Doch das ist noch nicht alles. Strahler mit ultraviolettem Licht töten im mobilen Heizwerk alle Keime. Und: Das Wasser wird nicht gespeichert, sondern fließt angetrieben von einer Pumpe dauerhaft im Kreislauf. „So können keine Legionellen entstehen. Unser Wasser soll an jedem Ort der Welt die gleiche Qualität haben, egal ob in Neumünster oder Neuseeland. Das dient auch dem Eigenschutz“, sagt Bohmbach. Regelmäßige Proben an den Duschen werden im eigenen Labor kontrolliert.

Um 4 Uhr und um 16 Uhr werden die Duschen in der Halle 5 jeden Tag mit einem starken Wasserstrahl gereinigt. Das Schmutzwasser fließt in die reguläre Hallen-Kanalisation. Da die Abläufe etwas höher liegen, steht immer etwas Wasser auf dem Hallenboden. Sandsäcke an den Rändern sorgen dafür, dass es nicht in ungewünschte Bereiche abfließt.

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erstellt am 07.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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