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Mühbrook : Ein Zaun schützt Schilf in Mühbrook

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Areal am Bordesholmer See ist eine Versuchsfläche, die von den Landesforsten begutachtet wird. Wichtiger Lebensraum wird gestärkt.

Mühbrook | Michael Bauer und Boy Struck stand das Wasser gestern zum Glück nur fast bis zum Hals: Bei etwa fünf Grad Wassertemperatur standen die beiden Männer in Wathosen hüfthoch im Bordesholmer See und zäunten Schilfflächen ein. Das Areal am Mühbrooker Teil des Sees ist eine von drei Versuchsflächen, die von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten noch bis Herbst untersucht werden. „Der Zaun soll das Schilf vor Vogelfraß schützen, besonders Gänse und Enten machen sich gerne darüber her“, erklärte Jörn Winter, Revierleiter der Försterei Bordesholm.

Der im Umfang etwa vier Kilometer große See gehört zu seinem Revier. „Wir sehen im Schilf kahle Stellen und wollen wissen, woran es liegt“, erläuterte er weiter. „Das Fernziel ist, wieder einen breiteren Schilfgürtel entstehen zu lassen. Schilf ist ein wichtiger Lebensraum. Da laichen Fische, Vögel brüten und finden dort Nahrung, und auch Libellen entwickeln sich im Schilf“, schilderte die Projektleiterin Christiane Herty.

An der Süd-, West-und Ostseite des Sees sind nun je drei Schilfbeete in der Größe von drei mal fünf Metern mit einem großmaschigen Netz eingezäunt. Dazwischen befinden sich offene Vergleichsflächen. „Wenn wir feststellen, es ist nicht der Vogelfraß, der dem Schilf zusetzt, müssen wir weiter suchen. Vielleicht liegt es auch an einem erhöhten Nährstoffeintrag in den See“, so die Försterin.

„Schilfrückgang ist ein grundsätzliches Problem, das wir in Schleswig-Holstein haben. Röhricht hat außer als Brut- und Nahrungsstätte auch eine Filterfunktion“, sagte Alexander Klimik von der Unteren Naturschutzbehörde. So sei der weiße Schaum, der manchmal angespült wird, auf Nitrat zurückzuführen, das Schilf aber binden könne. Die Behörde musste das Projekt genehmigen.

Schilf wächst optimalerweise bis zu einer Wassertiefe von 80 Zentimetern, erklärte Christiane Herty und führte aus: „Schilf an Land kann Probleme bereiten, weil es andere Lebensräume überwächst.“ Wöchentlich werden die Zäune daraufhin kontrolliert, ob Wasservögel an ihnen verendet sind. „Wir rechnen nicht damit, weil die Gittergröße das eigentlich nicht zulässt“, so die Försterin. Sollten Passanten dennoch Vögel darin entdecken, werden sie gebeten, es dem Amt Bordesholm zu melden.

Die Kosten für die Anlage und ihre Betreuung schätzt die Projektleiterin auf etwa 2000 Euro, die von den Landesforsten getragen werden. Sollte die Aktion ausgeweitet werden, beteiligt sich die Behörde.

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erstellt am 11.Mär.2017 | 08:30 Uhr

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