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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 01:24 Uhr

Klassentreffen in Gadeland : Ein Wiedersehen nach 60 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

An den Spruch an der Wand erinnerten sich die ehemaligen Schüler der Schule Gadeland immer noch.

Neumünster | Mit großem Hallo und stürmischen Umarmungen begrüßten sich gestern 20 ehemalige Schüler der Volkschule Gadeland. 60 Jahre nach ihrer Schulentlassung im Jahr 1956 trafen sie sich in ihrer alten Schule wieder, um in Erinnerungen zu schwelgen, ihre alte Schule zu besichtigen und einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen.

Einer der ehemaligen Schüler, Kurt Magnus (75), hatte das Klassentreffen organisiert: „Meine ganze Familie hat mich bei der Suche unterstützt, besonders meine Frau.“

Die Klasse bestand damals aus rund 30 Schülern. Nur wenige Ehemalige leben nicht mehr in Schleswig-Holstein. „Einer kommt aus Bochum, ein anderer aus Zürich. Das sind die, die am weitesten verstreut waren“, sagte Magnus. „Das war eine ganz schöne Arbeit, überall nachzuforschen und anzurufen“, erzählte er.

Die jetzige Schulleiterin Angela Niemeyer begrüßte alle in der Aula und führte sie durch die Schule. „Ich finde, das ist eine ganz tolle Sache. Es ist bestimmt ein sehr besonderer Tag für alle Ehemaligen“, sagte sie und musste die Stimme erheben, um über dem freudigen Geplauder aller „Schüler“ gehört zu werden, die sich viel zu erzählen hatten. Die heutige Grundschule Gadeland war damals noch die Volksschule, erinnerten sich die Freundinnen Gertraud Meinel, Elke Kohls und Christa Bünte (alle 76). „Wir sind 1947 eingeschult worden und neun Jahre zur Schule gegangen“, sagte Elke Kohls.

Gertraud Meinel erinnerte sich besonderes an die Schulausflüge: „Das war noch ein richtiges Ereignis, wir sind mit dem Bus nach Büsum gefahren. Damals war das etwas ganz Großes, wir waren alle aufgeregt.“

Christa Bünte hatte eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. „Ein Lehrer, Herr Richter, hat damals in einem kleinem Anbau der Schule gewohnt. Ich bin aus Stettin geflüchtet und dann in dieser Wohnung in einem winzigen Zimmer untergekommen“, erzählte sie.

Bei der Frage, was ihnen von ihrer Schulzeit besonders in Erinnerung geblieben ist, waren sich alle 20 Ehemaligen einig: „Der Spruch außen am Gebäude.“ Der lautet: „Die Jugend ist die Zeit der Saat, das Alter erntet Früchte,
wer jung nicht, was er sollte, tat, des Hoffnung wird zunichte.“ Doch nicht nur der ist noch vorhanden, sondern auch eine alte Tradition, erzählte Angela Niemeyer: „Unsere Schüler stellen sich immer noch nach den Pausen draußen auf dem Schulhof auf und werden von den Lehrern abgeholt, wie Sie damals.“

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