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Kurzfilmwettbewerb : Ein starkes Signal gegen Mobbing

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Klasse 9b der Alexander-von-Humboldt-Schule hat bei einem Kurzfilmwettbewerb des Weißen Rings den 4. Platz belegt.

Neumünster | Für einen Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule wird der tägliche Gang in das Klassenzimmer zur Qual. Seine Mitschüler zerreißen seine Hausaufgaben, kippen den Inhalt seines Ranzens in den Mülleimer und filmen ihn auf der Toilette. Glücklicherweise handelt es sich bei dieser Geschichte um reine Fiktion – doch die Idee dahinter wurde belohnt. Die Klasse 9b des Einfelder Gymnasiums hat bei dem landesweiten Kurzfilmwettbewerb „Mut gegen Wut“ der Opferschutzorganisation Weißer Ring den 4. Platz belegt und darf sich über einen Pokal und 200 Euro für die Klassenkasse freuen.

„Wir sind durch ein Plakat auf den Wettbewerb aufmerksam geworden. Der Weiße Ring hatte die Schulen angeschrieben und über die Aktion informiert“, sagt Klassenlehrer Hagen Herre. Steffen Rohwer (15) und Nils Kalle Radestock (15), beide Schüler der 9b, waren sofort Feuer und Flamme und boten sich als Organisatoren an. Schnell hatten sie ihre Mitschüler überzeugt und gingen gemeinsam ans Werk. „Die Vorgabe war, dass wir einen siebenminütigen Film drehen, in dem eine Mobbing-Situation dargestellt und am Ende positiv aufgelöst wird“, erklärt Nils Kalle Radestock die Grundidee.

Gemeinsam erfanden die Neuntklässler einen Schüler namens Fuk, der neu in eine Klasse kommt und von Anfang an einen schweren Stand bei seinen Mitschülern hat. „Fuk ist etwas merkwürdig, deshalb wird er ständig geärgert“, sagt Steffen Rohwer. Doch am Ende wendet sich das Blatt. „Fuk gewinnt bei einem Judo-Turnier gegen den großen Favoriten aus der Klasse. Dadurch entdecken beide, dass sie gemeinsame Interessen haben, und die Situation verbessert sich“, sagt Nils Kalle Radestock.

In den Film flossen auch persönliche Erfahrungen der Schüler mit ein. „In der sechsten Klasse kannte ich einen Jungen, der gemobbt wurde. Wir wollen mit unserem Film auch dazu beitragen, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt“, sagt Nils Kalle Radestock.

Rund 30 Stunden haben die Schüler an ihrem Beitrag gearbeitet – und vom Drehbuchschreiben über das Filmen bis zum Schnitt alles selbst in die Hand genommen. „Ich finde das Ergebnis sehr beeindruckend, weil die Klasse alles allein organisiert hat. Durch diese Arbeit wird zudem das Bewusstsein für das Problem geschärft“, sagt Hagen Herre.

Am Donnerstag wurden die Gewinner von Innenminister Stefan Studt in Kiel ausgezeichnet. Die Neumünsteraner teilen sich den 4. Platz mit zwei Klassen aus Meldorf und Rendsburg. Die ersten drei Plätze gingen nach Glinde, Husum und Henstedt-Ulzburg (der Courier berichtete). Landesweit hatten sich 40 Schuklassen beteiligt.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 10:56 Uhr

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