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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 11:26 Uhr

Zeitung in der Schule : Ein spannender Tag bei den Falken

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Klasse 7a der Humboldt-Schule besuchte während des Projektes „Zeitung in der Schule“ (Zisch) den Erlebniswald Trappenkamp.

Neumünster | Ein kleines Mädchen nimmt die Hand der Kindergärtnerin und versteckt sich hinter ihr, ohne jedoch den Blick von den blitzschnellen Attacken der Raubvögel um sie herum abzuwenden. Genau wie die Klasse 7a von der Alexander-von-Humboldt-Schule während des Projektes „Zeitung in der Schule“ besuchte sie mit der „Spatzengruppe“ ihres Hamburger Kindergartens die Greifvogelshow im Erlebniswald Trappenkamp und ließ sich von den Flugkünsten der Vögel beeindrucken.

Dass die Show ein attraktiver Ausflugsort ist, zeigte sich schon vor Beginn. Neben der Kindergartengruppe aus Hamburg warteten noch viele weitere Besucher auf den Eintritt, unter ihnen eine Gruppe von syrischen Flüchtlingen, die mit ihrem Kursus von einer Wirtschaftssprachschule angereist war. Trotz anfänglicher Verständigungsschwierigkeiten berichteten die syrischen Besucher über ihre Erwartungen an die Flugshow: „Ich habe noch nie so etwas gesehen“, erzählte der 23-jährige Mohammed. „In meinem Land gibt es solche Shows nicht, deswegen bin ich sehr gespannt, was gleich passiert.“ Sein Freund ergänzte: „Ich bin das erste Mal hier und lerne die Natur in Europa kennen, die ganz anders ist als in Syrien. Bei uns gibt es auch Falken, aber ich bin dennoch sehr neugierig.“

Ein Raunen geht durch das Publikum, als der erste Greifvogel über die große Grünfläche geflogen kommt. Während der Show berichtete der Falkner Dietmar Damm spannende Details über die Vögel. So kann ein Seeadler eine Flügelspannweite von 2,70 Metern erreichen, und die Vögel müssen täglich ihre Flugmuskeln trainieren. Im Verlauf der Show bekamen die Zuschauer einen guten Überblick darüber, was die Vögel von der einjährigen Ausbildung über die Zeit in der Flugshow und darüber hinaus erleben.

Als die majestätischen Vögel mit ihren Flügen beginnen und über den Köpfen der Zuschauer dahinsegeln, verfolgen alle Besucher sie. Der Höhepunkt der 20-minütigen Flugshow ist der Auftritt des Weißkopfseeadlers. Einige Schüler lassen vor Schreck fast ihre Kamera fallen, als die Greifvögel haarscharf über ihre Köpfe hinweggleiten. „Ich bin fasziniert, dass die Vögel direkt über unsere Köpfe geflogen sind und uns doch nicht berührt haben“, ruft ein Schüler erstaunt. „Und ich bin positiv überrascht, dass die Vögel wegfliegen können, wann und wie lange sie wollen“, meint ein anderer. Zum Schluss der Show geht der Falkner noch einmal mit dem größten der 65 Tiere, dem Seeadler, durch die Zuschauertribüne, und jeder kann ihn aus der Nähe betrachten.

Nach der Show durften die Schüler den ehrenamtlichen Falkner Benjamin Gripp interviewen und erhielten weitere interessante Informationen zu den Greifvögeln und die Arbeit der Falkner. „Die Falken, die bei uns 30 bis 40 Jahre alt werden, erreichen eine unglaubliche Geschwindigkeit von 320 Stundenkilometern“, erzählte er stolz. Auf die Frage einer Schülerin, wie man Falkner werde, antwortet Gripp: „Als erstes braucht man einen Jagdschein, und wenn man den hat, dann macht man den Falknerschein.“ Doch leider ist der Beruf nicht immer einfach“, erzählt er weiter. „Wir haben acht Monate lang keinen freien Tag. Wo andere in den Urlaub fahren, gehen wir mit den Falken jagen. Aber für dieses Vertrauen zwischen Falken und Mensch mache ich das gerne!“

Doch trotz aller Begeisterung gab es Kritik. „Ich fände es schön, wenn die Vögel die Freiheit genießen könnten. Zum einen, weil sie in der Käfighaltung nicht täglich genug Freiflug bekommen und zum anderen, weil sie ihre natürliche Lebensweise verlieren könnten“, kritisierte eine Besucherin. „Ich finde Kritik an der Falknerei nicht angebracht, solange artgerechte Haltung gewährleistet ist und man richtig mit den Vögeln umgeht“, entgegnete der Falkner. Die Aufgabe einer Falknerei sei es auch, kranke und verletzte Tiere zu pflegen und danach wieder in die Freiheit zu entlassen. Vor allem aber sollte man diese Tiere mögen, erklärte Gripp.

Alle Schüler nahmen nicht nur volle Notizblöcke mit nach Hause, sondern sind sich vor allem einig, dass ein Besuch in der Greifvogelshow ein beeindruckendes Erlebnis ist.

 


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erstellt am 08.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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