zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 16:43 Uhr

Holstenhallen-Restaurant : Ein Logengeheimnis gibt es nicht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

90 Gäste genossen das festliche Logen-Dinner mit Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger.

Neumünster | Nach 45 Jahren hatten die drei Neumünsteraner Logen vor zwei Jahren entschieden, den bis dahin traditionellen Ball aufzugeben und stattdessen zu einem gemeinsamen Logen-Dinner einzuladen. Dass diese Neuerung bei den Brüdern und ihren Begleiterinnen auf positive Resonanz stößt, bewiesen die rund 90 Gäste, die am Sonnabend nun zum dritten Mal zu diesem festlichen Essen ihre Plätze an den geschmackvoll gedeckten Tischen im Restaurant der Holstenhallen einnahmen. Zu diesen zählte auch Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger, die als Ehrengast an der Veranstaltung teilnahm.

Mit leicht verdaulichen Jazzstandards und bekannten Evergreens sorgte die Michael-Weiss-Jazzband im Hintergrund wieder für den swingenden musikalischen Rahmen, sodass die Teilnehmer den stilvoll gestalteten Abend in entspannter, gut gelaunter Stimmung verbrachten. Tradition wird in den Logen groß geschrieben. „Die jahrhundertealten Rituale sind unser innerer Rahmen. Gleichzeitig bieten sie eine Art Schutzfunktion. Denn der Tempel oder die Halle ist der Ort, an dem wir uns vom Alltag lösen, um mit dem Ziel der Selbsterkenntnis außerhalb des Alltäglichen an uns zu arbeiten. Dabei stellt die Verschwiegenheit nach außen hin die Basis für das uneingeschränkte gegenseitige Vertrauen dar. Aber ein Logengeheimnis als solches gibt es nicht“, erklärten Georg Palm (Logenmeister der Freimaurerloge „St. Johannis zur Brudertreue an der Schwale“), Timm Rauert (Vorsitzender der Druidenloge „Loge Nygemünster“) und Peter Wurz (Obermeisters im Odd Fellow Orden der „Nord-Albingia-Loge“). Einer Loge anzugehören sei vielmehr immer eine persönliche Entscheidung, die auf einer von humanitären und sozialen Grundsätzen geprägten Lebenseinstellung fuße, erläuterten die Gastgeber weiter.

Aber auch die Logen unterliegen den Zeichen der Zeit und dem demografischen Wandel. Den drei Logen gehören aktuell rund 150 Mitglieder an. Hierbei stellen die Freimaurer mit 98 Brüdern im Alter zwischen 31 und 104 Jahren die stärkste Vereinigung. Den Druiden gehören 23 Ordensleute an. Und die Odd Fellows zählen zurzeit 26 Gefährten. Das Durchschnittalter der Brüder liegt insgesamt rund um das 65. Lebensjahr.
Doch bange um das Fortbestehen der Neumünsteraner Vereinigungen sei man nicht. „Das Interesse an den Logen ist auch bei Jüngeren durchaus vorhanden. In den vergangenen Jahren konnten wir auch einige Mitglieder dazugewinnen. Doch vor einer lebenslangen Bindung, wie sie die Statuten einer jeden Loge vorschreiben, schrecken viele dann doch zurück“, berichtete Georg Palm.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen