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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

Memellandstrasse : Ein Leuchtturm-Projekt für Deutschland

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auf dem ehemaligen Stov-Gelände soll ein Campuspark entstehen /Uwe Döring (69) steigt aus der Politik aus und berät den Betreiber

Neumünster | Für einen kurzen Moment blieb Uwe Döring gestern die Stimme weg: „Ich habe mich entschlossen, der Politik den Rücken zu kehren und meine ganze Kraft in meinem letzten Lebensabschnitt in ein hochinteressantes Projekt zu stecken. Am 15. Mai lege ich alle politischen Ämter nieder“, erklärte der ehemalige Justiz-, Arbeits- und Europaminister und jetzige SPD-Fraktionsvorsitzende in Neumünster sichtlich bewegt.

Das „hochinteressante Projekt“ ist eine 30-Millionen-Investition und soll ein Leuchtturm-Projekt für Deutschland werden. Unter dem Titel Campuspark ist auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung (Stov) an der Memellandstraße ein bisher in diesem Umfang einzigartiges, überregional ausgerichtetes Therapie- und Gesundheitszentrum mit einer Akademie als Aus- und Fortbildungseinrichtung sowie ergänzenden medizinischen Dienstleistungsangeboten geplant. Dort sollen zunächst Physio- und Ergotherapeuthen sowie Logopäden ausgebildet werden, später dann bundesweit erstmals junge Leute zum neuen Beruf des Vitaltherapeuten, einer Mischung aus den drei Berufsbildern.

Umsetzen will das neue Quartier die Stadtparkviertel-Entwicklungsgesellschaft (SEG) aus Eutin. Geschäftsführer Thomas Hüstreich bringt Erfahrung als Betreiber des Eutiner Aktiv-Therapiezentrums sowie seine Vernetzung zu verschiedenen Berufsverbänden im Gesundheitswesen mit. Er präsentierte gestern ein fertiges Konzept. Demnach werden sämtliche Stov-Gebäude auf dem gut 26  000 Quadratmeter großen Gelände bis auf das größte Gebäude 2 abgerissen. Das ehemalige Lager- und Einkleidegebäude soll saniert und zu einer Akademie umgebaut werden. Dahinter ist ein Ärzte- und Therapie-Zentrum geplant, südlich davon Studentenwohnungen. Im nördlichen Bereich sollen in einem großen Komplex barrierefreie Eigentums- und Mietwohnungen entstehen. Schließlich sind am Birnbaumweg vier ebenfalls barrierefreie Stadthäuser vorgesehen.

„Der Campuspark soll die Elemente Arbeiten, Lernen und Wohnen optimal miteinander verbinden. Durch die Integration von schulischen Angeboten in das Quartier werden jüngere Menschen an den Standort gebunden, und es entstehen enge Verbindungen mit sozialen Angeboten, die wiederum älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen dienlich sein können“, sagte Hüstreich.

Kooperationspartner sind nicht nur die Elly-Heuss-Knapp-Schule und das Friedrich-Ebert-Krankenhaus, sondern auch das University College Syddanmark. Ein entsprechender Vertrag ist unterzeichnet. Lehrer, Studenten und Praktikanten sollen sich austauschen. Unterstützung gibt es laut Uwe Döring von der Landesregierung, die das Projekt im Juni auf einer Konferenz vorstellen will.

Ursprünglich war der Campuspark auf dem Gelände der ehemaligen Hindenburg-Kaserne geplant, aber die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gestalteten sich schwierig. Die Stadt bot dann das Stov-Gelände an. Die SEG will es in den kommenden Tagen kaufen, sobald Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras wieder gesund ist. Klappt alles, sollen 2018 die ersten Gebäude stehen und der Unterricht beginnen. Geht etwas schief, ist Neumünster aus dem Rennen. „Es gibt viele andere Städte, die dieses Projekt umsetzen wollen, zum Beispiel Hannover“, sagte Döring.

> Ab dem 25. April ist ein Info-Telefon unter der Nummer 0172 / 6875670 geschaltet.


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erstellt am 23.Apr.2016 | 07:45 Uhr

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