zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 05:03 Uhr

Weltall : Ein Krümel Merkur auf der Sonne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Mini-Sonnen-Finsternis“ begeisterte gestern die Physik-AG der Kant-Schule

Neumünster | Pünktlich um 13.12 Uhr erschien das kleine Pünktchen auf der projizierten Sonnenscheibe: „Da ist er!“ rief ein Dutzend Immanuel-Kant-Schüler aufgeregt und postierte sich um die zwei Teleskope auf dem Schulhof. Die Mini-Sonnenfinsternis dank des kleinen Merkurs war gestern das Thema. Lehrer Bernd Huhn hatte außerdem ein Modell der Mini-Sofi aufgebaut.

„Das Modell ist in 1:10 Milliarden maßstabsgetreu, der Merkur ist fünf Meter weg von der Sonne, das sind 50 Millionen Kilometer, die Erde 15 Meter weit weg, das sind 150 Millionen Kilometer. Die Sonne hat als Modell 14 Zentimeter Durchmesser, der Merkur einen halben Millimeter“, erklärte der Lehrer im Ruhestand und Leiter der Physik-AG anschaulich die Dimensionen – von einer wirklichen „Finsternis“ konnte also keine Rede sein. „Mit dem bloßen Auge ist der Merkur-Transit nicht zu erkennen, auch nicht mit den Sofi-Brillen“, so Huhn. Er hatte neben dem schuleigenen Teleskop sein privates aufgebaut – beide mit 20 Zentimeter Spiegeldurchmesser und zwei Meter Brennweite (Blende 10). Das Schulteleskop richteten die AG-Mitglieder Magnus Engler (18) aus Wasbek und Tobias Krahe (14) aus der Gartenstadt zur Sonne aus. Die Schüler konnten sowohl direkt durch das Teleskop schauen, als auch die Projektion der Sonnenscheibe auf eine weiße Schüssel. Als sich dann Merkur als ein „Krümelchen“ auf die Sonnenfläche schob, war das für alle ziemlich spannend. So mancher Schüler zückte sein Handy für ein Merkur-Erinnerungsfoto.

Gut zu erkennen waren dagegen von Anfang an Sonnenflecken. „Die sind mit 5000 Grad etwas kälter als die Sonne mit 6000 Grad“, erklärte der Physik-AG-Leiter. Magnus Engler ist wie die anderen AG-Mitglieder technikinteressiert: „Es ist faszinierend, dass man etwas, das so weit weg ist, so präzise beobachten kann.“

Ebenfalls ihre Teleskope ausgerichtet hatten die Mitglieder der VHS-Sternwarte am Hahnknüll. Ein Sonnenteleskop mit H-alpha-Filter ermöglichte bei Jürgen Kahlhöfer einen direkten Blick auf die Sonne als rote Scheibe. Eckard Bachmann hatte ein Linsenteleskop dabei. Stefan Bruns, stellvertretender Sternwartenleiter, freute sich über den ungetrübten Blick und über Sternengucker – immerhin konnte das Ereignis bei wolkenfreiem Himmel bis abends beobachtet werden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 08:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen