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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 01:20 Uhr

Klezmer-Ensemble Yxalag : Ein großartiger, fröhlicher Auftakt zur Konzertsaison

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Klezmer-Ensemble Yxalag brachte 350 Gäste zum Lachen, zum Staunen, zum Mitsingen und zum Weinen.

Neumünster | Musik kann begeistern, sie kann verbinden und kann zutiefst berühren. Zu sehen, zu hören und hautnah zu erleben war das am Montagabend im Theater in der Stadthalle. Im ersten Abokonzert der Saison gastierte das Klezmer-Ensemble Yxalag in Neumünster, und den sieben jungen Musikern gelang zwei Stunden lang, was bei einem klassischen Konzert Seltenheitswert hat: Jakob Lakner (Klarinette), Juliane Färber (Violine), Nele Schaumburg (Violine), Kayako Bruckmann, (Violine), Luka Stankovic (Posaune), Nicolas Kücken (Gitarre) und Ulrich Zeller (Kontrabass) brachten ihre 350 Gäste zum Lachen, zum Staunen, zum Mitsingen und manch einen Besucher vor Rührung zum Weinen.

Selbst zum Gespräch regten die sympathischen Musiker ihr Publikum an. In der Pause verschwanden sie nicht etwa in der Garderobe, sondern erwarteten ihre Gäste im Foyer. Scharenweise strömten die Besucher für eine angeregte Unterhaltung an den CD-Verkaufstisch. „So vielfältig habe ich mir Klezmermusik nicht vorgestellt“, sprach ein Besucher aus, was viele dachten.

Yxalag hatten ihr Konzert mit zwei typischen Klezmer-Stücken begonnen. Bereits hier zeigten die Künstler ihr großes Können und ihre Freude an der Musik. Die drei Violinistinnen beherrschten Melodie und Rhythmus gleichermaßen, traten in einen Wettstreit mit der Posaune und überzeugten mit dynamischen Wechseln und Überraschungen beim Forte und Piano.

Die Männer standen ihnen in nichts nach. Auch sie zeigten sich als Meister ihrer Instrumente und verblüfften mit gekonnten Soli. Posaunist Luka Stankovic gelang sogar ein ausgedehntes zweistimmiges Solo, als er zu den Klängen seines Instrumentes sang.

Keinesfalls unerwähnt bleiben darf Jakob Lakner. Der Jazz-Klarinettist wechselte problemlos von der Klarinette zum Saxophon und zum Percussion, unterhielt das Publikum mit launigen Ansagen und verantwortet die Eigenkompositionen des Ensembles. Sein Stück „Hofbräuhaus“ gab Einblicke in den Musikerstammtisch des Münchener Hofbräuhauses, indem es traditionelle jüdische Musik mit bayerischer Volksmusik und Jazz-Anklängen verband und bewies einmal mehr, was die Mitglieder von Yxalag antreibt: Genregrenzen überschreiten und ausgetretene Pfade verlassen. Und das taten sie auch in ihrer Darbietung.

Beim ergreifend schönen „Donna, Donna“ des jüdischen Komponisten Sholom Secunda war das Publikum ebenso aufgefordert, in den Gesang einzustimmen, wie bei der Zugabe „Hevenu Shalom Alechem“ (Wir wollen Frieden für alle), mit dem die sieben Musiker den Theatersaal singend über die Seitentreppen verließen, um ihre vielen neuen Fans im Foyer zu empfangen.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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