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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 03:28 Uhr

Gross Kummerfeld : Ein ganz starker Auftritt von Thomas Mohr

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor ausverkauftem Haus brachten Tenor Thomas Mohr und der Pianist Thomas Palm Lieder und Balladen von Carl Loewe auf die Bühne.

Gros Kummerfeld | Die Kleinkummerfelder Kuhstall-Konzerte (KKKK) sind reich an musikalischen Schätzen, aber ein Prachtexemplar von Konzert war auch in diesem Jahr der Liederabend von Thomas Mohr. Vor ausverkauftem Haus brachten der Veranstalter und der Pianist Thomas Palm am Donnerstagabend Lieder und Balladen von Carl Loewe (1796-1869) auf die Bühne.

Dabei genossen mehr als 200 Gäste eine ganz besondere Veranstaltung: Denn auf das Datum genau starteten die KKKK am 21. Juli 1996 mit einem Loewe-Liederabend. In seiner Begrüßung kündigte der Mitorganisator Jürgen Schippmann dem Publikum an: „Sie hören einen fast identischen Liederabend wie damals.“ Nur mit dem Eingangsstück gab es eine Änderung im Programm. Anstelle von „Die Lauer“ sang der renommierte Tenor Thomas Mohr jetzt „Herr Oluf“.

Besucherin Doris Möller aus Hamburg konnte zudem noch eine Veränderung feststellen: „Er hat sich gesanglich weiterentwickelt. Ich war vor 20 Jahren beim ersten Loewe-Abend dabei und finde, er ist noch besser geworden. Wir kennen uns schon lange, damals haben wir beide Posaune gespielt.“

Doris Möller hat in den 20 Jahren kaum eine Festwoche ausfallen lassen: „Ich schätze neben der Musik besonders die nette, familiäre Atmosphäre hier.“ Dafür ist es auch wichtig, die Künstler richtig zu platzieren, wie Jürgen Schippmann schilderte: „Liederabende kann man nicht draußen machen, dort verlieren sie sich. Sie brauchen die intime Atmosphäre drinnen.“ Thomas Mohr, der erst kürzlich als Loge in Richard Wagners „Rheingold“ auf der Leipziger Bühne stand, verstand es, die kleinen Geschichten in den Balladen Loewes vor dem inneren Auge der Zuhörer lebendig werden zu lassen. Dank seiner deutlichen Aussprache konnte man jedes Wort verstehen, und wenn er seine Stimme färbte und seiner Mimik starken Ausdruck verlieh, sah man den irren Edward sein Schwert schwingen oder wie der unheimliche Odin sein Pferd zum Kampf beschlagen lässt.

Ganz stark gesungen, so dass sich einem beim Zuhören trotz der Hitze die Härchen aufstellten, war auch die berühmte schaurige Geschichte vom Erlkönig.

Grandios wusste Thomas Palm mit dem Piano die Stimmungen anzudeuten, zu betonen oder ausklingen zu lassen. Bravo-Rufe, Pfiffe und heftiger Applaus forderten drei Zugaben ein. Die Künstler gaben daraufhin „Das süße Begräbnis“ von Loewe, „Die Grenadiere“ von Robert Schumann und das „Ständchen“ von Johannes Brahms.



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erstellt am 23.Jul.2016 | 08:45 Uhr

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