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Holsteinischer Courier

01. Oktober 2016 | 19:11 Uhr

„Platt live“ : Ein bunter Strauß plattdeutscher Kunst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Platt live“ lockte am Mittwochabend 330 Besucher in die Werkhalle.

Neumünster | „Platt live“ entwickelt sich zum Publikumsmagneten: Am Mittwochabend präsentierte NDR 1 Welle Nord das plattdeutsche Musikfest im Rahmen des Kunstfleckens zum achten Mal, und wie im Vorjahr war die Veranstaltung bereits im Vorwege ausverkauft.

„Ich bin extra aus Rendsburg angereist, weil ich den Auftritt von Jenny Johansson nicht verpassen wollte“, sagte Inga Ruhmöller. Sie habe die Hamburger Jazzsängerin beim letzten „Platt Live“ kennengelernt und sei seitdem ein großer Fan von „Jenny und ihren tollen Musikern“, schwärmte die junge Frau.

Jenny Johansson und das Magnolia Acoustic Trio begeisterten das Publikum mit ungewöhnlichen Arrangements und ganz viel handgemachter Musik. Wie sich da aus dem brasilianischen „Girl from Ipanema“ „De Jung vun Elfstrand“ entwickelte, das zeugte von musikalischem Können und großer Experimentierfreude. „Diese Mischung aus plattdeutscher Sprache, Jazz und Bossa Nova ist einzigartig“, meinte auch Jan Graf bewundernd.

Unaufgeregt und launig führte der Moderator auf Platt durch das Programm. Über das „Otto Groote Ensemble“ musste Graf nicht viel erzählen, er ließ die drei Musiker lieber für sich selbst sprechen, beziehungsweise spielen und singen. Mit einem Bass, zwei akustischen Gitarren und zum Teil mehrstimmigem Gesang stimmten Ralf Strotmann, Matthias Malcher und Leadsänger Otto Grote die 330 Besucher mit feinsinnigen Folksongs auf einen abwechslungsreichen Abend ein. In ihren selbstgeschriebenen Liedern erzählen die drei Freunde von ihrem Leben im Norden und ihrer Liebe zum Meer. Ums Meer ging es auch bei „De Drangdüwels“. Hier verortet die Folkpunk-Band aus Holstein ihre Geschichten über Piraten und Seeschlachten. Entsprechend expressiv war die Musik. „Nu ward dat luud. Hörgeräte ut, Ogen op“, forderte Frontmann Burghard Beese die Besucher auf, bevor die ersten Gitarrenriffs ertönten.

Tenor Henning Kothe bescherte „Platt live“ eine Premiere: Er sang Opernarien op Platt, animierte das begeisterte Publikum zum Mitsingen und hatte so manch einen Scherz auf Lager. Und wo aus vollem Hals gelacht wird, ist Werner Momsen nicht weit. Wenn Klappmaulpuppe alias Detlef Wutschik auf typisch norddeutsch karge Art über die kleinen und großen Probleme des Lebens monologisiert, bleibt kein Auge trocken. Am Mittwochabend informierte er sein Publikum über familiäre Wirren rund ums Weihnachtsfest.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 08:30 Uhr

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