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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 22:52 Uhr

Ortsnetzstation in Wittorf : Ein Andenken an Hamanns Gasthof

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

60 Wittorfer Bürger schwelgten bei der offiziellen Einweihung des Bildes in Erinnerungen an Feiern in dem Traditionshaus.

Neumünster | Hamanns Gasthof ist zurück. Zumindest optisch. Am Donnerstagabend weihte Stadtteilvorsteherin Sabine Krebs ein Abbild des Wittorfer Traditionslokals während einer kleinen Feierstunde ein. 60 Wittorfer Bürger waren in die Burgstraße 5 gekommen, um das farbenfrohe Kunstwerk, das Sprayer von Art-Efx aus Potsdam im Auftrag der Schleswig-Holstein Netz AG auf einer grauen Ortsnetzstation verewigt hatten, zu begutachten.

„Das ist sehr schön geworden“, meinte Hans Otto Muhs anerkennend. Der Wittorfer Hobbyfotograf hatte die Vorlage für das knapp zwei mal drei Meter große Bild geliefert. Es zeigt Hamanns Gasthof drei Jahre vor seinem Abriss im Jahre 2010. Im Vordergrund herrscht reges Treiben. Muhs’ Foto entstand während eines Wittorfer Stadtteilfestes vor zehn Jahren. „Wir haben uns bewusst für ein lebendiges Motiv entschieden“, sagte Sabine Krebs. Schließlich sei Hamanns Gasthof für viele Wittorfer das Zentrum ihres kulturellen Lebens gewesen. „Hier wurden Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen gefeiert, hier traf sich der Chor Einigkeit zum Proben, hier tranken die Sportler nach dem Training ihr Bier, und außerdem gab es bei Hamanns laut Aussage vieler Wittorfer „den besten Grünkohl der Stadt‘“, erinnerte sich die Stadtteilvorsteherin. „Sogar die Jugend traf sich früher bei Hamanns“, fügte Günter Gotthardt, der seit 1952 in Wittorf lebt, hinzu.

Über 100 Jahre, davon allein 72 Jahre unter der Regie von Gretel und Peter Hamann, prägte das 1903 erbaute Gasthaus das gesellschaftliche Leben im Dorf und später im Stadtteil Wittorf. Entsprechend groß war die Wehmut vieler Wittorfer, als Gretel Hamann und ihr Sohn Jens-Peter entschieden, das Haus abreißen zu lassen. Trotz intensiver zweijähriger Suche ließ sich kein passender Nachfolger finden. Anfang Januar 2010 kam die Abrissbirne – dann war Hamanns Gasthof Geschichte.

„Dass unser Haus nun wieder mitten in Wittorf steht, wenn auch nur als Bild, berührt mich sehr“, sagte Gretel Hamann, die eigens mit Sohn Jens-Peter zur Einweihung gekommen war. „An diesem Gebäude hängen unzählige Erinnerungen, die nun sofort wieder wach werden, wenn man vor der Ortsnetzstation steht“.

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erstellt am 30.Apr.2016 | 09:00 Uhr

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