zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

25. Juli 2016 | 04:22 Uhr

Helfer-Einsatz in Neumünster : Ehemalige Notunterkunft: Das große Aufräumen in der Turnhalle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

An der GS Brachenfeld in Neumünster wird aus dem Flüchtlingsquartier wieder eine Sporthalle. Der Stadtbrandmeister warnt vor Frustration bei vielen Helfern.

Neumünster | Fünf Wochen lang waren in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule Brachenfeld in Neumünster rund 1800 Flüchtlinge jeweils für einige Tage untergebracht – nun ist es vorbei. Die Menschen sind ausgezogen, und am Sonnabend startete das große Aufräumen. Zum Schuljahresbeginn am 31. August soll die Halle wieder für den Unterricht zur Verfügung stehen.

„Wir sind mit 60 Einsatzkräften aus allen Abteilungen vor Ort. Denn heute muss alles raus – bis auf die Feldbetten, die in der kommenden Woche abgeholt werden. Anschließend wird die Bauunterhaltung die Halle dann auf eventuelle Schäden überprüfen“, erklärte Einsatzleiter Marc Kutyniok von der Berufsfeuerwehr am Sonnabend.

Unzählige Stellwände, Tische und Bänke sowie umfangreiches weiteres Mobiliar und Material wurden von den Helfern abgebaut und weggeschafft. Zudem mussten 1200 Quadratmeter Teppichboden und 2200 Einwegkissen sowie jede Menge Müll entsorgt werden, darunter auch verdorbene Lebensmittel und Kinderkarren.

„Das ist teilweise schon eklig. Aber in Anbetracht der vielen Menschen, die hier in so kurzer Zeit durchgeschleust wurden, ist das ja auch kein Wunder. Und wir haben schon schlimmere Sachen gemacht“, hieß es dazu aus den Reihen der Helfer, die allerdings vorsorglich in Schutzanzügen arbeiteten.

Großes Lob erhielten die Einsatzkräfte auch von Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens. „Die Zusammenarbeit aller Verbände läuft in der Stadt super“, sagte er. Er gab aber auch zu bedenken, dass diese Art Einsätze in den Feuerwehren durchaus kontrovers diskutiert werden. „Ein zweites Mal kriege ich so etwas wohl nicht hindiskutiert. Das ehrenamtliche Potenzial ist begrenzt. Viele Kameraden fühlen sich mittlerweile ausgenutzt“, sagte er. Einsatzleiter Marc Kutyniok stimmte ihm zu: „Wir stehen vor einer Sozialkatastrophe, der man mit dem Ehrenamt nicht mehr begegnen kann.“ In einem Kraftakt hatten die Helfer die Turnhalle Mitte Juli in eine Notunterkunft verwandelt.
 

zur Startseite

von
erstellt am 17.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert